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Falls Sie sich für vogelkundliche Themen interessieren sollten, dürften Sie hier richtig sein.
               
Mein Name ist Werner Beitz, langjähriger Freizeitornithologe, mehrere Publikationen in Fachzeitschriften und -büchern.
Ich bin Rentner und wohne in Neubrandenburg, MV.

             Selbstportrait                 Einige meiner Publikationen:
(
1964): Die Beutelmeise - 1964 Brutvogel am Malliner See. Orn. Rundbrief Meckl. 3: 29 - 43.:
(1966): Die Ausbreitung der Beutelmeise in Mecklenburg. Falke 13: 264 - 267.
(1966): Die Vögel des Malliner Sees und seiner Umgebung. Natur und Naturschutz in Meckl. 4: 7 - 85.
(1972): Die Siedlungsdichte der Vögel in einem Seengebiet. Orn. Rundbrief Meckl. 13: 30 - 37.
(1972): Siedlungsdichteaufnahmen in einem Ufergehölz. Orn. Rundbrief Meckl. 13: 38 - 41.
(1978): Nachträge zur Avifauna des Raumes Penzlin, Kreis Waren. Orn. Rundbrief Meckl. 19: 24 - 30.
(1981): Der Durchzug der Enten und Säger am Malliner See. Falke 28: 414 - 419.
(1983): Beobachtungen an Nistplätzen der Beutelmeise, Remiz pendulinus, im Raum Neubrandenburg.
      Beitr. Vogelkunde 29, 279 - 292.
(1985): Über den Durchzug der Limicolen am Malliner See, Kreis Waren. Orn. Rundbrief Meckl. 28: 29 - 36.
(1984): Zum Durchzug der Beutelmeise in den Nordbezirken der DDR. Falke 31: 6 - 10.

 Weitere Quellenangaben befinden sich in: KLAFS,G. und J. STÜBS (Hrsg.) Die Vogelwelt Mecklenburgs. 3. Aufl. Jena 1987.
                                        (Bearbeitung der Artartikel “Beutelmeise” und “Hänfling”)
                                        Federzeichnungen für Band 599 der Neuen Brehm-Bücherei: SCHÖNFELD, M. (1994): Die Beutelmeise: Remiz pendulinus. Magdeburg.


Im ersten Tell meiner Website geht es um den allgemein festzustellenden Rückgang vieler Vogelarten, belegt durch Daten aus Bestandserhebungen am Malliner See und Umgebung, die ich über mehrere Jahrzehnte dort durchgeführt habe. Als Grundlage hierfür diente mein Manuskript
     “Die massiven Rückgangserscheinungen in den Beständen unserer Brutvögel,
     dargestellt für das Gebiet um den Malliner See, Müritzkreis.”
(in Printmedien nicht publiziert)
Im zweiten Teil wende ich mich einer Vogelart mit einer interessanten Brutbiologie zu, der Beutelmeise.
In einigen Teilen der Website (z.B. in der Bildergalerie) sind auch Hinweise auf botanische und entomologische Themen eingestreut.
Zunächst einige Bilder und Bemerkungen zum Gebiet. Man findet es auf der Landkarte zwischen Neubrandenburg und Penzlin, Müritzkreis (Karte s. u.).
Entsprechend der Landschaftsgliederung gehört es zum oberen Tollensegebiet im Rückland der Mecklenburgischen Seenplatte.
Das Klima stellt einen Übergang zwischen maritim-atlantischen und kontinentalen Einflüssen dar.
Der Malliner See ist vom Typ her ein eutropher Flachsee. Gemeinsam mit dem kleineren Kucks-Lapitzer See bildet er einen Teil der in einer glazialen Schmelzwasserrinne befindlichen Kette kleiner, langgestreckter Seen westlich der Godensweger Randlage. Der See befindet sich im Einzugsgebiet der Tollense (Verbindung über das Malliner Wasser).
Malliner See, Südostufer,
im Hintergrund Oszüge, mit dem Kuckucksberg (ganz rechts).

Der Malliner See, Müritzkreis (Größe etwa 125 ha), war, obgleich kein Naturschutzgebiet, lange Zeit durch seinen Artenreichtum bekannt und stellte, einschließlich seiner reizvollen Umgebung, bereits seit Mitte der 50er Jahre das bevorzugte Zielobjekt meiner ornithologischen Tätigkeit dar.
Seitdem habe ich 126 Brutvogelarten im Raum Penzlin festgestellt. Stellvertretend seien genannt: Rohrdommel, Zwergrohrdommel, Knäkente, Schnatterente, Löffelente,Tafelente, Graugans, Schwarzmilan, Rohrweihe, Kranich, Kiebitz, Flußregenpfeifer, Bekassine, Lachmöwe (Kolonie am Kuckssee, mit max. 1300 Brutpaaren 1975), Trauerseeschwalbe, Turteltaube, Beutelmeise, Bartmeise, Wacholderdrossel, Blaukehlchen (als Dz auch das Rotsternige Bl.), Schlag-, Rohr- und Feldschwirl, 4 Rohrsängerarten, Sperbergrasmücke, Gimpel, als zeitweiliger Gast auch der Karmingimpel. Regelmäßig erschienen u.a. See- und Fischadler, manchmal auch der Wespenbussard. Als Seltenheiten wurden Schwarzstorch, Wiesenweihe, Schreiadler und Grüner Laubsänger beobachtet. Heute zeugt nur noch ein geringer Rest von der einstigen Vielfalt, die der eines Schutzgebietes durchaus nahekam.

Habitat02 Habitat Mall See 102

Der Malliner See und der recht versteckt liegende Kucks-Lapitzer See stellen Reste einer glazialen Schmelzwasserrinne dar, die im Westen von Osern, sandigen Hügelkuppen mit trockenrasenähnlicher Vegetation oder kleinen Gehölzen, begrenzt wird. Von dem sich ziemlich steil aus dem Gelände erhebenden Kuckucksberg (73 m) bietet sich überraschend ein weites Panorama in östlicher Richtung dar (siehe Foto).
In den Sumpfpflanzeninseln am Ostufer des Kuckssees befand sich jahrzehntelang eine große Lachmöwenbrutkolonie, eine weitere am südlich anschließenden Lapitzer See. Von der Landzunge aus (rechts im Bild) konnte man gelegentlich mehrere Blaukehlchen gleichzeitig singen hören, und in dem unzugänglichen Sumpf nördlich des Kuckssees brüteten Bekassinen, während der Kiebitz das weite Wiesengebiet zwischen den Seen besiedelte.

Kucks-Lapitzer See

Legende:
die gelb umrandeten Flächen, bzw. Landstreifen wurden in den 70er Jahren melioriert,
Meliorationsmaßnahmen wurden vor der pol. Wende vielerorts mit großem Aufwand durchgeführt, nicht nur an genannter Örtlichkeit. Sie trugen, neben anderen Ursachen, wesentlich zur Verarmung von Fauna und Flora bei, bzw. lösten diesen Prozess, der immer noch unvermindert anhält, überhaupt erst aus.

Meine Absicht ist es, allen Interessierten, nicht nur Fachleuten, die schlimmen Folgen der
o.g.wirtschaftlichen Maßnahmen aufzuzeigen..

Neue Zeiten, neue Profiteure! - Wenn man an das boomende Geschäft mit den Windkraftanlagen denkt, eine janusköpfige Technik, so sind bereits wieder Leute am Werk, die mit der Mentalität der damaligen Akteure vieles gemeinsam haben!

Collage AttraktionenMs
Blaukehlchen unvergröß02
Lachmöwenkolonie
Graugansfamilien

Anmerkung: Lachmöwe, Kiebitz und Bekassine sind inzwischen aus dem Artenspektrum des Seengebietes verschwunden. Diese Arten spielen nur noch als Gäste und Durchzügler eine Rolle. Auch der Brutbestand der Graugans ist stark rückläufig, und der (letzte?) Nachweis des Blaukehlchens datiert vom Juni 1993 (s.o.;Malliner See).

Gegenwärtig, nach Umzug in die Stadt, ist mein bevorzugtes Ziel die Niederung des Tollenseflusses nahe der Stadt Neubrandenburg. Die zahlreichen alten Torfstiche bieten, dank ihrer wildnisartigen Vegetation, einigen interessanten Tier- und Pflanzenarten ein gewisses Refugium. Einige Arten, denen man “oberhalb” der Niederung kaum noch oder gar nicht mehr begegnet, findet man hier, wenn auch in begrenztem Maße, noch vor.
Aber auch hier gilt: wie lange noch? (akut: Pferdehalter, deren Koppeln westlich angrenzen, zeigen aggressive Ausbreitungsbestrebungen in das Gebiet hinein, wobei die Überflutung 2007/08 und ihre zerstörerischen Folgen wohl ganz in ihrem Sinne waren).
Die Torfstiche zeugen allerdings von einer lange zurückliegenden Umweltzerstörung (Zeitraum des 1. und 2. Weltkriegs). Es handelt sich somit nur um eine Pseudo-Wildnis (Sukzessionsstadium). Schon damals wurden zahlreiche der ursprünglich vorkommenden Pflanzenarten und viele Tierarten zurückgedrängt, bzw. vernichtet! Wenige sind zurückgekehrt, da man die wilde “Rest-Natur” weitgehend sich selbst überließ. Doch einige, z.B. die Trollblume, Trollius europaeus, sind heute nicht mehr auffindbar und die Flötenrufe des Großen Brachvogels sind schon lange Zeit “vom Winde verweht”...

Blick auf Neubrandenburg
Tollense Spiegelung
Fritillaria 1 verkleinert
Tollense im Frühling02
Biber gefällte Espen
Biberschnitt
Schellerpel
Schellente mit 7 pulli

Inzwischen gibt es einige Negativ-Ereignisse aus dem Tal der Tollense zu vermelden:
Eine monatelang anhaltende Überschwemmung (Juli 2007 bis April 2008), deren Ursache nicht ganz klar ist (allein die Witterung kann es nicht gewesen sein) hat ein Baumsterben und -kränkeln unübersehbaren Ausmaßes hervorgerufen, das sich nördlich bis weit über das NSG “Birkbusch” hinaus erstreckt. Betroffen ist ein sehr großer Teil der im Gebiet wachsenden Birken, Erlen, Eschen und Traubenkirschen: Ein wahrhaft trauriger Anblick (siehe Fotos unten)! Auch einige krautige Pflanzen, z.B die Engelwurz (Angelica archangelica) und die Sumpfdotterblume (Caltha palustris) sind in Mitleidenschaft gezogen worden, abgesehen von großen Schäden in angrenzenden Kleingartenanlagen. Das Wasser stand seinerzeit im Torfstichgelände monatelang etwa bis zu 1/2 m hoch; eine Strömung des Flusses war fast gar nicht feststellbar.
Das Flächennaturdenkmal mit den Schachbrettblumen und Orchideen (Foto s.o.), welches schon zu
Vor-Wendezeiten durch SAHRE eingerichtet wurde, ist im Oktober 2005 nach “Pferdeeinbruch” in die Umzäunung des damaligen FND zuerst schwer beschädigt (u.a. wurde Pferdekot offenbar manuell eingebracht) und danach restlos vernichtet worden! Wahrscheinlich konnte der Eigner nicht mehr damit leben, dass die winzige Fläche den Gewinn schmälerte!

Blick vom Kahlen Asten Überschwemmg Abgestorbene Erlen 2008 Überschw
Abgestorbene Birken 2008 Überschw
Angelica

An den mir bekannten Stellen an Tollense und Datze ist die offizinelle Engelwurz (Angelica archangelica), ein beeindruckend großwüchsiges und für medizinische Zwecke verwendbares Doldengewächs, nach der monatelangen Überschwemmung 2007/08 verschwunden.

Caltha palustris

Obwohl robust und an moorige Standorte angepasst, haben die bisher noch recht zahlreichen Vorkommen der allgemein bekannten Sumpfdotterblume (Caltha palustris) nach der lange Zeit andauernden Überschwemmungskatastrophe schweren Schaden erlitten.

STRATO-Umweltzeichen klein

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