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Bestandssituation der Vögel

Einige Bemerkungen zum Bestandsrückgang
vieler Vogelarten (nicht nur) am Malliner See,
Landkreis Mecklenburgische Seenplatte

Auch das Vogelparadies am Malliner See (vormals Müritzkreis) ist von dem seit Jahrzehnten allgemein feststellbaren Bestandsrückgang der meisten Vogelarten nicht verschont geblieben.
Die Grafiken (s.u.) belegen das teilweise dramatisch anmutende Geschehen, dem vielerlei Ursachen zugrunde liegen.
Den Individuen- und Artenreichtum der fünfziger und sechziger Jahre kann man, ohne zu übertreiben, als unwiederbringlich verloren betrachten!
Dieses Resümee schliesst unsere gesamte Fauna und Flora mit ein!

Vor allem in den 70er Jahren wurde der Abwärtstrend durch Menschenhand ausgelöst.
Diese lawinenartige Entwicklung hält bis in die Gegenwart unvermindert an!
Es gereicht uns nicht zum Trost, dass in anderen Ländern eine ähnliche Situation herrscht; denn britische Wissenschaftler sprechen bereits von Hinweisen auf “ein sechstes großes Massensterben” in der Geschichte des Blauen Planeten nach dem Aussterben der Saurier vor 65 Millionen Jahren (nach New Scientist).

Die Ursachen (für das Gebiet) sind allgemein bekannt, doch die wichtigsten seien an dieser Stelle noch einmal genannt:
 Großflächige Meliorationsmaßnahmen 1974 bis 1981(Trockenlegungen, Bau eines Stauwehrs, teilw. Begradigung des Malliner Wassers) mit einhergehender Vernichtung wertvoller Habitate für Brutvögel und Rastgelegenheiten für Durchzügler, sowie zahlreicher Standorte seltener Pflanzen, insbesondere in Feuchtbiotopen (z.B. mehrere Orchideenarten, Sumpf-Dreizack, Sumpf-Herzblatt, Sumpf-Blutauge, Frauenmantel, Sumpf-Storchschnabel, Sumpf-Schafgarbe und viele andere; auch einige Pflanzenarten trockenrasenähnlicher Standorte sind betroffen; siehe auch die Karte am Ende dieser Seite).
 Wiesenmahd oder Walzen zur Brutzeit bodenbrütender Arten, unter Einbeziehung der feuchten Uferstreifen.
 Planierung von Böschungen (dadurch Vernichtung eines Restbestandes der hier seltenen Primula elatior).
 Regelmässiges Ausbringen von Dünge- und giftigen Schädlingsbekämpfungsmitteln (vor der pol. Wende), zunehmend mittels Flugzeug, auch bei starker Abdrift durch den Wind und Gefahr des Eintrags in die Gewässer (Nebeneffekt: Beunruhigung der Brutvögel durch lautes Motorengeräusch beim Tiefflug und durch das herabfallende Granulat, welches nach meiner Beobachtung höchstwahrscheinlich von der Grauammer auch als “Nahrungsimitat” aufgenommen wurde. Das Granulat lag seinerzeit in Massen am Straßenrand).
 Jahrzehntelange Einleitung von Abwässern in den See (dadurch zunehmende Verschlechterung der Wasserqualität, Absterben der submersen Flora und Mikrofauna, Fischsterben, Rückgang von Wasservögeln).
 Veränderungen im Uferbereich durch das Einstellen der Beweidung seit 1975 (dadurch Baum- und Strauchbewuchs, Einschränkung der Äsungsmöglichkeiten für die Graugans, Verschwinden seltener Pflanzenarten).
 In den letzten Jahren auch Einwanderung von faunenfremden Arten mit hoher Beuteaktivität (Mink, Marderhund).
 Möglicherweise waren auch bereits Klimaveränderungen, besonders in den letzten Jahren, mit beteiligt.

Um das erschreckende Ausmaß des Bestandsrückgangs darzustellen, seien die nachfolgenden Diagramme gezeigt; denn darüber herrscht meist eine ebenso erschreckende Unkenntnis! Oder das Thema wird ganz einfach ignoriert, wider besseres Wissen (sogar von manchen “Fachleuten”)! Lediglich der jungen Generation kann man Ignoranz nicht vorwerfen, denn die Artenvielfalt in früheren Jahrzehnten blieb ihnen oft unbekannt..
Die “drögen” Kategorien der “Roten Listen” machen den Rückgang überhaupt nicht anschaulich!
Die unten präsentierten Diagramme beinhalten eine Auswahl der für das o.g. Gewässer (und zahlreicher anderer) typischen Arten. 
Die Grafiken beruhen auf jährlichen Bestandsaufnahmen, die von mir seit über mehr als drei Jahrzehnten im Gebiet des Malliner Sees, einschl. Umgebung, durchgeführt wurden (in einer Reihe von Jahren auch im Rahmen der Rasterkartierung der Brutvögel Mecklenburg/Vorpommerns).
(Der Verfasser ist Vogelstimmenkenner und hat dies seinerzeit in Lehrgängen für Bestandserhebungen, die in der damaligen Biologischen Station Serrahn bei Neustrelitz durchgeführt wurden, nachgewiesen).

Die Fakten sprechen für sich, daher kann ich mir hier jegliche weitergehende Kommentierung ersparen! Doch sei darauf hingewiesen, dass eine Reihe von Arten im Gebiet bereits vollständig verschwunden sind (z.B. beide Rohrdommelarten, Kiebitz, Bekassine, Knäk- und Tafelente), bei zahlreichen anderen beträgt der Rückgang bis zu 98%! Bezüglich der 24 Arten, die in den Diagrammen erfasst wurden, ergibt sich insgesamt ein Rückgang von rund 85 %.

Es sei darauf hingewiesen, dass es sich nicht um einen Einzelfall handelt, der ein “unbedeutendes” Gewässer betrifft, sondern um eine Allgemeinerscheinung in unserem natürlichen Umfeld. Der Malliner See steht für zahlreiche andere!
Gerade solche Gebiete in der Art des hier behandelten (so, wie es einmal war) sollten ja als natürliche Bindeglieder zwischen den inselartig verstreuten Naturschutzgebieten und Naturparks verstanden werden, in denen so manche Art auf Dauer doch nicht überleben kann und die seit langem auch selbst von obigen Erscheinungen betroffen sind (z.B. NSG Galenbecker See und NSG Nonnenhof an der Lieps).

Auch nach der politischen Wende in Ostdeutschland zeichnet sich ab, dass der Abwärtstrend weiter anhält! Die Natur befindet sich in weiten Teilen in einem derart morbiden Zustand, dass mittlerweile Sanierungsversuche, wie stellenweise durchgeführt, nicht mehr zum Erfolg führen können!
An den Seeufern, wo früher einmal erlesene Schönheiten unserer Flora erblühten, häuften sich, gerade in den Nach-Wendejahren, vielerorts Dosenberge als hässliche Abfälle der Wohlstandsgesellschaft. Doch dies ist das geringste aller Übel!
In den Nachrichtenmedien wird immer wieder über entsprechende Negativ-Beispiele berichtet. Sorge bereitet zunehmend das Boomen des Windpark-Geschäfts. Die “Windparks” können doch nur als eine “schnelle” Notlösung angesichts der immer mehr ausufernden Energieverschwendung angesehen werden - zu Lasten insbesondere der Ornithofauna! Die riesigen Rotoren von groteskem Exterieur stellen in unserer ohnehin viel zu stark “verdrahteten” Landschaft eine zusätzliche Gefahr nicht nur für Groß- und Zugvögel dar. Besonders folgenreich dürfte sich die massenweise Errichtung von Windkraftanlagen im Offshoregebiet der Ostseeküste auswirken, dient doch die Küste als Leitlinie für den Vogelzug, auch zahlreicher kleinerer Vögel, und als Überwinterungsgebiet für diverse Wasservögel!


          Windräder       
              

Unbestritten ist, dass sich die meteorologischen Extreme zukünftig noch mehr häufen werden, wie inzwischen viele Wissenschaftler prognostizieren. Doch die starken Bestandsrückgänge in der Tierwelt sind, außer der sog. “Flurbereinigung”, auf akute Belastungsfaktoren durch die Technik zurückzuführen.
      Verkehr, Stromfreileitungen und jüngst die “Windparks” fordern immer mehr Opfer!
In erschreckender Weise häufen sich in letzter Zeit auch die Seeadler-Verluste durch akute Bleivergiftung, wie kürzlich in einer Fernsehdokumentation berichtet wurde. Die Jägerei sollte endlich von der bleihaltigen Munition abkommen, die nicht nur auf die direkt betroffenen Opfer tödlich wirkt!                                                                                     
Erläuterung und Zeichenerklärung zu den Diagrammen:
Auf der Ordinate ist jeweils der Bestand aufgetragen (BP = Brutpaare; sM = singende Männchen; 
bei Kleinvögeln setzt man die Anzahl der singenden Männchen in etwa mit der Anzahl der potenziell vorhandenen Brutpaare gleich, da es bei ihnen nicht möglich ist, sämtliche Niststätten aufzufinden).
Der Bestand der Grauammer wurde als Linientaxierung an der B 192 zwischen Neubrandenburg und Penzlin ermittelt (rd. 14 km; Zählung vom Fahrrad aus), ausserdem flächenmässig im Gebiet des Malliner/ Kucks-Lapitzer Sees.
Während beim Sprosser (“nordische Nachtigall”), wie bei den meisten Vögeln, ein starker Abwärtstrend feststellbar ist, nahm im Gebiet, vielleicht eine Folge des Klimawandels, die Nachtigall leicht zu (letztere wurde in das Diagramm
“Passeriformes 1” deswegen mit aufgenommen, um einen interessanten Vergleich mit dem Sprosser zu ermöglichen).
Hinsichtlich des völligen Verschwindens der Lachmöwenkolonie am Kucks-Lapitzer See spielen möglicherweise, neben den
o.g., auch noch andere Ursachen eine Rolle, wie Vernichtung der Gelege durch Menschen.

Nonpasseriformes (lat.) = Nicht-Sperlingsvögel (Beispiel: Graugans)
Passeriformes = Sperlingsvögel (Beispiel: Sprosser) 

Test Fauna Flora in Gefahr04
Earth02

Berechnung des Mittelwertes:
Summe der BP, bzw. der sM
dividiert durch die Anzahl der berücksichtigten Arten (8 bzw. 16).
.

Schilfrohrsänger
Acrocephalus schoenobaenus
e.:Sedge-Warbler

Schafstelze
Motacilla flava flava
e.:Blue-headed Wagtail

Graugans
Anser anser
e.:Grey Lag-Goose

Kiebitz
Vanellus vanellus
e.:Lapwing

Haubentaucher
Podiceps cristatus
e.: Great Crested Grebe
Rohrdommel
Botaurus stellaris
e.: Bittern
Graugans
Anser anser
e.: Grey Lag-Goose
Knäkente
Anas querquedula
e.: Garganey
Schnatterente
Anas strepera
e.: Gadwall
Tafelente
Aythya ferina
e.: Pochard
Rohrweihe
Circus aeruginosus
e.: Marsh -Harrier
Kiebitz
Vanellus vanellus
e.: Lapwing

Lachmöwe
Larus ridibundus

e.: Black-headed Gull 

Baumpieper
Anthus trivialis
e.: Tree-Pipit
Wiesenpieper
Anthus pratensis
e.: Meadow-Pipit
Schafstelze
Motacilla flava flava
e.: Blue-headed Wagtail
Sprosser
Luscinia luscinia
e.: Trush-Nightingale
Nachtigall
Luscinia megarhynchos
e.: Nightingale
Braunkehlchen
Saxicola rubetra
e.: Whinchat
Dorndreher
Lanius collurio
e.: Red-backed Shrike

Feldschwirl
Locustella naevia
e.: Grasshopper Warbler
Schlagschwirl
Locustella fluviatilis
e.: River Warbler
Rohrschwirl
Locustella luscinioides
e.: Savi´s Warbler
Schilfrohrsänger
Acrocephalus schoenobaenus
e.: Sedge-Warbler
Sumpfrohrsänger
Acrocephalus palustris
e.: Marsh-Warbler
Drosselrohrsänge
Acrocephalus arundinaceus
e.: Great Reed-Warbler
Zaungrasmücke
Sylvia curruca
e.: Lesser Whitethroat
Dorngrasmücke
Sylvia communis
e.: Whitethroat

Grauammer
Emberiza calandra

e.:Corn-Bunting

Nach einem von der Deutschen OrnithologenGesellschaft und dem Dachverband Deutscher Avifaunisten herausgegebenen Positionspapier “war keine andere Vogelartengruppe in den letzten Jahrzehnten von so starken und anhaltenden Bestandsrückgängen betroffen wie die Vögel der Agrarlandschaft”
(Siehe auch den Text dazu am Ende dieser Seite)!

Nachfolgend füge ich noch einige detaillierte Angaben in tabellarischer Form bei, bei denen auch Spezies aufgeführt sind, die in den Diagrammen (z.B. aus Platzgründen) nicht berücksichtigt werden konnten.
Der Rückgang betrifft so gut wie alle Vogelarten, vom Höckerschwan bis zum Haussperling!

TabelleNonpass
TabellePasser
TabelleSonstige
Diagramm Rückgang vork Arten

Nebenstehendes Diagramm macht den rapiden Rückgang auch hinsichtlich der Anzahl der am Malliner See vorkommenden Brutvogelarten deutlich.
Mehr als 25% (mindestens 30) der ursprünglich dort brütenden Arten verschwanden zwischen 1966 und 1991!!!

Die UNO erklärte das Jahr 2010 zum “Jahr der Artenvielfalt”,
muss jedoch einräumen,
dass man das Ziel, bis 2010 den Artenverlust deutlich zu reduzieren, bei weitem nicht erreicht habe,

Zur Methodik der Bestandserhebungen:
1. Jährlich mehrmalige Umrundung der Seen zu Fuß, wobei die singenden/ rufenden Männchen vom Ufer aus gezählt wurden (Führung einer Strichliste auf einer kleinen Karte, um die Standorte zu fixieren. Wichtige Arten wurden zu Hause in
eine Wirtschaftskarte 1 : 10 000 eingetragen).
Für zeitaufwändige Vorhaben habe ich fast alljährlich meinen gesamten Urlaub, bzw. den Großteil desselben “geopfert”!
2. Zusätzliche Beobachtungsgänge (am Ostufer des Mall. Sees wöchentlich), wobei (wie auch bei 1.) Junge führende Arten (z.B. Haubentaucher,Graugans) visuell erfaßt wurden, unter Einbeziehung weiterer Sicht- und Hörbeobachtungen und anschl. Kartierung.
3. 1966 - 1969 Bestandserhebung in einer 10 ha großen Probefläche, Ufergehölz (Beitz 1972).
4. Spezielle Grauammer-Linientaxierung zwischen Neubrandenburg und Penzlin (B 192; 14 km), voriegend auf dem Wege zur Arbeitsstelle, bzw. zum Beobachtungsort, meist vom Fahrrad aus (anschließend Kartierung).

Bemerkung: Mit Ausnahme der Probeflächenkartierung (1966-69) wurden die Zählungen nicht unter dem Aspekt der Abundanzermittlung (Brutpaare pro Flächeneinheit) durchgeführt, sondern dienten von vornherein dem Ziel, die zeitliche Entwicklung der Arten und Individuen zu dokumentieren (Brutpaare pro Jahr; heutzutage als “Monitoring” bezeichnet).
Zu Beginn der Erhebungen hatte ich nicht die geringste Ahnung, dass diese Entwicklung ab einem bestimmten Zeitpunkt derart katastrophal verlaufen und ich ein Individuen- und Artensterben dokumentieren würde!!!

Mathematische Kurve

Der Rückgang vieler Vogelarten, als “Paradebeispiele” seien genannt: Schilfrohrsänger (Acrocephalus schoenobaenus) und Grauammer (Emberiza calandra), ähnelt in seinem zeitlichen Verlauf einer bestimmten mathematischen Funktion y = f (x), und zwar:
                  y = 1 /x
(hier grafisch dargestellt).
Die fallende Funktion konvergiert gegen den Grenzwert “Null”.
Typisch für die “flache” Endphase der Regression ist denn auch, dass sich sporadisch und kurzzeitig immer noch einzelne Individuen zeigen, wohl in der Regel unverpaarte Männchen, die nach versuchter Reviergründung jedoch den Fortbestand der Art auf Dauer nicht sichern können.

Meldung vom Juli 2008:
Betreffs des Haussperlings (Passer domesticus) wurde dank bundesweiten Monitorings inzwischen das folgende alarmierende Ergebnis bekannt:
Seit 1980 in fast allen Bundesländern Rückgang um 20 - 50% !!!
Gemeinsam mit dem Feldsperling (Passer montanus) steht der o.g. mittlerweile auf der Vorwarnliste der bedrohten Arten.

Durchzug Gründelenten
Durchzug Tauchenten

Der Individuen- und Artenrückgang schlägt sich nicht nur hinsichtlich der im Gebiet vorkommenden Brutvögel nieder, sondern wird auch bei Durchzüglern und Wintergästen zunehmend deutlicher, wie nebenstehende Grafiken dokumentieren.
(Ordinate logarithmisch geteilt; Mittelwerte)

Dargestellt:
Stockente, Anas platyrhynchos  e.: Mallard
Schnatterente, Anas strepera  e.: Gadwall
Krickente, Anas crecca  e.: Teal
Löffelente, Anas clypeata  e.: Shoveler
Pfeifente, Anas penelope  e.: Wigeon
Spießente, Anas acuta  e.: Pintail
Knäkente, Anas querquedula  e.: Garganey

Dargestellt:
Tafelente, Aythya ferina  e.: Pochard
Reiherente, Aythya fuligula  e.: Tufted Duck
Schellente, Bucephala clangula  e.: Golden-eye
Zwergsäger, Mergus albellus  e.: Smew
Gänsesäger, Mergus merganser  e.: Goosander

Durchzug Limicolen
Durchzug Sperlingsvögel

Legende zum Limicolen-Durchzug:
Bei den “kleinen Regenpfeifern” handelt es sich um den Fluß- und Sandregenpfeifer,
bei den ” Wasserläufern” um den Wald-, Bruch- und Dunklen Wasserläufer, Rot- und Grünschenkel, sowie um den Flußuferläufer, bei den “Strandläufern” um Alpen-, Sichel-, Zwerg- und Temminckstrandläufer.
Nicht erfaßt wurden die Arten: Austernfischer, Kiebitzregenpfeifer, Steinwälzer, Regenbrachvogel, Pfuhlschnepfe und Odinshühnchen, von denen nur Einzelbeobachtungen vorliegen..
Stark differierende Daten ergeben sich für Kiebitz und Goldregenpfeifer, die daher ebenfalls nicht dargestellt wurden.

Dargestellt (Limicolen):
Fluß- und Sandregenpfeifer, Charadrius dubius, Charadrius hiaticula  e.: Little Ringed Plover, Ringed Plover
Großer Brachvogel, Numenius arquata 
e.: Curlew
Uferschnepfe, Limosa limosa 
e.: Black-tailed Godwit
Bekassine, Gallinago gallinago 
e.: Common Snipe
Wasserläufer(Tringa ochropus, Tr. glareola, Tr. erythropus, Tr. totanus, Tr. nebularia, Actitis hypoleucos)
e.: Green Sandpiper, Wood-Sandpiper, Spotted Redshank, Redshank, Greenshank, Common Sandpiper
Strandläufer (Calidris alpina, C. ferruginea, C. minuta, C. temminckii)
e.: Dunlin, Curlew-Sandpiper, Little Stint, Temminck´s Stint
Kampfläufer, Philomachus pugnax
e.: Ruff (Männchen), Reeve (Weibchen)

Dargestellt (Sperlingsvögel):
Ohrenlerche, Eremophila alpestris 
e.: Shore-Lark
Wacholderdrossel, Turdus pilaris e.: Fieldfare
Berghänfling, Carduelis flavirostris  e.:Twite
Grauammer, Emberiza calandra 
e.: Corn-Bunting
Schneeammer, Plectrophenax nivalis 
e.: Snow Bunting

Zur weiteren Veranschaulichung des Rückgangs durchziehender Arten seien nachfolgend einige aussagekräftige Maximalbeobachtungen gegenübergestellt:

Art

1965 - 1980 maximal

1980 - 2000 maximal

Schnatterente, Anas strepera

750 (12.10.1980)

11 (29.4.1997)

Krickente, Anas crecca

350 (22.9.1974)

40 (21.4.1995)

Löffelente, Anas clypeata

250 (9.10.1982)

20 (30.8.1996)

Spießente, Anas acuta

53 (9.3.1975)

2 (11.3.1994)

Knäkente, Anas querquedula

17 (23.4.1966)

1 (30.5.1997)

Tafelente, Aythya ferina

480 (31.10.1976)

3 (2.5.1997)

Reiherente, Aythya fuligula

90 (13.7.1975)

4 (12.6.2000)

Gänsesäger, Mergus merganser

174 (15.11.1970)

3 (1.4.1999)

Bekassine, Gallinago gallinago

98 (5.9.1965)

1 (13.3.1993)

Bruchwasserläufer, Tringa glariola

28 (28.7.1973)

1 (21.8.1977)

Dunkler Wasserläufer, Tringa erythropus

16 (26.9.1970)

2 (31.8.1980)

Grünschenkel, Tringa nebularia

12 (9.7.1972)

1 (5.9.1982)

Flußuferläufer, Actitis hypoleucos

9 (5.8.1973)

1 (8.7.1999)

Alpenstrandläufer, Calidris alpina

15 (28.7.1973)

2 (9.8.1988)

Kampfläufer, Philomachus pugnax

42 (8.9.1974)

2 (7.9.1980)

Ohrenlerche , Eremophila alpestris

50 (30.12.1972)

4 (28.10.1990)

Wacholderdrossel, Turdus pilaris

1300 (30.11.1969)

100 (23.10.1997)

Berghänfling, Carduelis flavirostris

150 (15.12.1968); 500 (12.2.1961)

30 (29.1.1999)

Grauammer, Emberiza calandra

300 (12.2.1967)

1 (29.4.1984)

Schneeammer, Plectrophenax nivalis

28 (30.11.1969)

1 (16.3.1980)

Zitat aus dem Positionspapier zur aktuellen Bestandssituation der Vögel der Agrarlandschaft (Deutsche Ornithologen-Gesellschaft und Dachverband Deutscher Avifaunisten):
“Keine andere Vogelartengruppe war in den letzten Jahrzehnten in Deutschland von so starken und anhaltenden Bestandsrückgängen betroffen wie die Vögel der Agrarlandschaft.
Die Agrarpolitik der Europäischen Gemeinschaft hat trotz der Agrar-Umweltmaßnahmen diese Entwicklung eher beschleunigt als aufgehalten.
Das von der EU formulierte Ziel, bis zum Jahr 2010 den Rückgang der Biologischen Vielfalt in der EU zu stoppen, wurde - bezogen auf die Agrarlandschaft - weit verfehlt.

Es zeichnet sich ab, dass unter den gegenwärtigen Bedingungen Bestandsrückgänge der Agrarvögel in den nächsten Jahren nicht gestoppt werden können, sondern sich beschleunigen werden.
(Wegfall der EU-Flächenstilllegung seit Ende 2007, forcierter Anbau von “Energiepflanzen” wie Mais, Winterraps, Ausräumung der Agrarlandschaft, Rückgang des Dauergrünlandes, Absenkungen des Grundwasserspiegels, Verarmung von Fruchtfolgen, neue Generation von Pestiziden, sehr starke Reduzierung der Nahrungsbasis, intensive mechanische Bearbeitung der Agrarflächen während der Brutzeit, etc.).
Es deutet sich eine weitere Intensivierung der Landnutzung mit dramatischen Folgen für die Biologische Vielfalt an.”

Die dem Positionspapier beigefügten Bestandsindex-Kurven aus dem Brutvogelmonitoring des DDA für die Zeit von 1990 bis 2009 zeigen für
 Bluthänfling, Wiesenpieper, Rebhuhn und Kiebitz eine stark fallende Tendenz, während die Grauammer in manchen Gebieten von den bis 2007 durchgeführten Flächenstilllegungen offenbar profitiert hat.

Unter dem Begriff “Agrarvögel” versteht man Vogelarten, deren Brutbestand wesentlich von landwirtschaftlich genutzten Flächen abhängig ist, also Bodenbrüter und Arten, die in naturnahen Strukturelementen , wie Hecken, Baumreihen, inselartigen Feldgehölzen, Säumen, brüten und dort oder auf angrenzenden landwirtschaftlichen Flächen Nahrung suchen.

Auch diese Karte der erloschenen Pflanzenstandorte am Malliner- / Kucks-Lapitzer See spricht Bände!    (hauptsächliche Ursache: Meliorationsmaßnahmen in den 70er Jahren des 20. Jh.).

Pflanzenstandorte MallSee

Short summary
The present work describes how various ecocidal factors (amelioration, spreading of biocides and other agricultural measures, recharge of waste water etc.) have influenced the development, especially of the birds.
The series of observations over several decades (from 1965 to 2000) was carried out by the author
(W. Beitz) at the Lake Malliner See in Mecklenburg-Western Pomerania (rural district Müritz).
The decrease is up to 98 % with some species, some have disappeared completely in the meantime.
For 25 bird species the development was shown in charts.

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