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Auf dem nebenstehenden 3D-Diagramm ist die Entwicklung der lokalen Population der Beutelmeise am Malliner See von 1964 bis 1995 dargestellt.(Zeitachse aufsteigend in Richtung rechter Bildrand). Die Beutelmeise gehört zu den wenigen Vogelarten, deren Bestand (noch) nicht gefährdet erscheint. Die Art dürfte sogar bei ihrer Ausbreitung (aus dem Osten) und weiteren Entfaltung im neu besiedelten Gebiet von den klimatischen Veränderungen, die in den letzten Jahrzehnten des vergangenen Jahrhunderts zunehmend relevant wurden, profitiert haben (einige Jahre mit trocken-heißem Sommer). Dies schloss allerdings nicht aus, dass es nach der Erstbesiedlung ernste Rückschläge gab (durch kühle, verregnete Sommer), die in den 70er Jahren zum Aufgeben vieler neuer Brutgebiete führten. Betroffen war auch der M. See, an welchem die Art erst seit 1982 erneut als Brutvogel in Erscheinung trat. (Details später!).
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Diese Computergrafik zeigt einen “Besuch” der fünf Jungvögel der ersten Jahresbrut am Zweitnest, kurz vor dem Ausfliegen des zweiten Gesperres (ein Nestling schaut bereits aus der Brutröhre). Die Jungen wurden offenbar vom Männchen (oben) geführt, doch nicht mehr gefüttert. Neugierig inspizierten sie das Nest von allen Seiten. Das Weibchen (rechts unten) wartete derweil geduldig, mit Futter für die Nestlinge im Schnabel, auf das Verschwinden der aufdringlichen Schar. Ich wurde an einem sehr heißen Julitag (28 .7.1994) Augenzeuge dieser possierlichen Szene. Meine Beobachtungen sprechen dafür, dass es sich um eine, durch das anhaltend trocken-heiße Wetter des Sommers 1994 begünstigte, Zweitbrut handelte (normalerweise brütet die Beutelmeise nur eimal p.a).
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Ein typisches Habitat am Ufer des Malliner Sees. Für einen Brutplatz der Beutelmeise bietet es optimale Voraussetzungen: einen Streifen undurchdringlichen Buschwerks der Grau- und Mandelweide, in Abständen durchsetzt mit Lorbeer-, Bruch- und hohen Silberweiden, Grau- und Schwarzerlen, Flatterulmen, sowie Weißdorn, Kreuzdorn, Traubenkirschen, Heckenrosen, etc. Das Ganze durchrankt von üppigen Beständen des Hopfens, während der feuchte Boden teilweise dicht mit Brennesseln bedeckt ist. Zum Wasser hin schließen sich Großseggen und dichte Schilfbestände an, die sich mit Rohrkolben und Wasserschwaden abwechseln. Einige der genannten Pflanzen spielen eine wichtige Rolle als Niststofflieferanten oder als Herberge für das Nest, außerdem als geschützter Nächtigungsplatz im Frühjahr. In einem solchen Lebensraum fällt auch das Nahrungsangebot (z.Zt.wohl noch) reichlich aus.
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Lebensraum der Beutelmeise in der Tollenseniederung. Im Gebiet der alten Torfstich- gewässer am Tollensefluss ist die Vegetation heute so gut wie sich selbst überlassen und wildnisartig. Über große Flächen erstrecken sich sumpfige Röhrichte, Großseggenriede und Brennesselbestände, in die zahlreiche Busch- und Baumgruppen, vornehmlich an den Rändern der Kleingewässer, eingesprengt sind. Die vorkommenden Gehölzarten entsprechen in etwa denen am Malliner See, doch es kommen noch Moor- und Hängebirken hinzu.
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Hier sind einige Nestbauphasen im Bild dargestellt. Kurz kommentiert, umwickelt die Beutelmeise zuerst, in der Regel ist es das Männchen, eine Zweiggabel mit reißfesten Bastfäden, zwischen denen eine kleine “Hängematte” ausgespannt wird (oben links). Der Ring aus Niststoffen, dazu gehört auch flauschige “Weiden- oder Pappelwolle”, wird, unter Mitwirkung des Weibchens, allmählich nach unten und seitlich ausgeweitet, sodass schließlich ein “Henkelkörbchen” mit einer tiefen Nestmulde entsteht (oben rechts). Durch ständiges Eintragen weiterer Niststoffe, sowie Hochschieben und enges Verflechten derselben wird nach fast dreiwöchiger Bautätigkeit über ein Zwischenstadium mit zwei runden Öffnungen endlich das kunstvolle Bauwerk vollendet, das mit einer besonders fein gewirkten, dünnwandigen Brutröhre ausgestattet ist (unten). Das Beutelmeisennest stellt somit eine Einmaligkeit unter den Nestern unserer mitteleuropäischen Vogelwelt dar. Das ebenfalls allseitig geschlossene Nest der Schwanzmeise besitzt dagegen nur eine runde Öffnung ohne Röhre. (obiges Nest in einer Lorbeerweide, unteres in einer Hängebirke, das Männchen wickelt an der Nestspindel; beide: Tollenseniederung, April/ Mai 2003).
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Rufendes Männchen. Seinerzeit betitelte FRANKE (1938) eines seiner vogelkundlichen Bücher zutreffend mit “Ziih - die Beutelmeise”. In der Tat besitzt die Beutelmeise einen sehr charakteristischen Ruf, ein etwas gedehntes, abfallendes “Ziih”. Dieser manchmal auch etwas variierte Ruf klingt, aus einiger Entfernung vernommen, weich, doch in der Nähe ziemlich durchdringend. Die im gleichen Habitat lebende Rohrammer ruft ähnlich, allerdings deutlich härter und kürzer. Beim Rufen bewegt der Vogel, bei weit aufgesperrtem Schnabel, seinen Kopf in verschiedene Richtungen, sodass die Reichweite bis zu 200 m beträgt (für das menschliche Gehör). Besonders intensiv rufen unverpaarte Männchen, verpaarte Vögel sind dagegen weniger ruffreudig. Der leise Gesang, bei welchem verschiedene Rufmotive miteinander kombiniert werden, spielt bei der Revierbehauptung nur eine untergeordnete Rolle. Prägt man sich das unverwechselbare “Ziih” ein, kann man unschwer die Anwesenheit von Beutelmeisen im Revier, sowie ihre Rückkehr im Frühjahr feststellen.
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Visuelle Darstellung eines typischen “Ziih”-Rufs (davon gibt es fünf Varianten) aus einer Wave-Datei. Rufdauer 460 msec. (Hierbei ist nur die Lautstärke berücksichtigt, nicht die Tonfrequenz).
Darunter eine Folge von 18 Rufen in 90 sec. (komprimierte Darst.).
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Spektrogramm des “Ziih”-Rufs. Die Frequenz fällt von 8 kHz auf etwa 5 kHz ab.
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Rufdemo. Hier können Sie einen einzelnen “Ziih”-Ruf eines Beutelmeisenmännchens hören (aufgenommen im Mai 1982). Bitte auf Wiedergabe klicken, rechts volle Lautstärke einstellen. (Gegebenenfalls auch die Systemlautstärke stark erhöhen; diese sollten Sie nach dem Abhören wieder auf “normal” stellen).
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