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In der Tollenseniederung nördlich von Neubrandenburg trat die Beutelmeise als Brutvogel erstmalig etwa zeitgleich mit dem Vorkommen am Malliner See auf. Der erste Nestfund mit Jungen von Ende Mai 1965 stammt aus dem Bereich des jetzigen NSG “Birkbusch” (RUTHENBERG). Gegenwärtig besiedelt die Beutelmeise in wechselnder Dichte hauptsächlich das Gebiet mit den vielen alten Torfstichgewässern westlich des Tollenseflusses, welches der Art optimale Umweltbedingungen bietet. Bekannt sind 14 Brutplätze, die jedoch nicht alle in jedem Jahr besetzt sind. Außerdem nisteten einzelne Vögel am Unterbach (1998 - 2000), im “Stargarder Bruch”, an der “Steep”, in der Nähe des Baumarkts Bahr und am Röttsee bei Ihlenfeld (DONNER). Am 11.4.2003 sah ich ein streifendes Männchen in den Weiden des Unterbaches, unmittelbar an der Bachstraße in Neubrandenburg. Zwei durchziehende Exemplare, die bei kurzem Aufenthalt offenbar das Interesse eines bereits ansässigen Männchens erregt hatten (letzteres intensiv rufend), zogen am 5.5.2006 in südöstlicher Richtung, entlang der Malchiner Bahnstrecke, weiter.
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Einige meiner Remiz-Daten (2001 - 2006) aus dem o.g. Gebiet seien unten in Diagrammen vorgestellt und mit denen vom Malliner See verglichen.
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Nistbäume: An Nistbäumen kamen hier vor (nur Eigenfunde; n = 49): Silberweide (Salix alba) 9, Lorbeerweide (Salix pentandra) 12, Bruchweide (Salix fragilis) 3, Mandelweide (Salix triandra) 1, Hängebirke (Betula pendula) 17, Moorbirke (Betula pubescens) 1, Schwarzerle (Alnus glutinosa) 4, Grauerle (Alnus incana) 1, Zitterpappel (Populus tremula) 1.
Entsprechend dem häufigeren Vorkommen der Birke im Tal der Tollense, nimmt diese Baumgattung einen weit größeren Anteil bei den Nistbäumen ein, als am Malliner See.
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Nesthöhe: 1m 0, 1,5m 1(2,2 %), 2m 4 (8,9 %), 3m 7 (15,5 %), 4m 10 (22,2 %), 5m 7 (15,6 %), 6m 6 (13,3 %), 7m 3 (6,7 %), 8m 3 (6,7 %), 9m 1 (2,2 %), 10m 1 (2,2 %), 11m 0, 12m 2 (4,4 %), 13m 0. (n = 45)
Es ergibt sich eine ähnliche Verteilung wie am Malliner See. Auch die Feststellung, dass Juninester oft in größeren oder niedrigeren Höhen gebaut werden, konnte durch drei Nester bestätigt werden (1 x 1,5 m, 2 x 12 m).
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Nestposition und Einflugsröhre: Nest: N 10, NE 2, E 7, SE 7, S 6, SW 2, W 3, NW 0. innen 5 (n = 42) Röhre: N 3, NE 7, E 4, SE 9, S 7, SW 2, W 1, NW 0. (n = 35)
Sowohl beim Nest, als auch bei der Richtung der Einflugsröhre zeigt sich eine deutliche Bevorzugung der östlichen Sektoren (Abkehr von der „Wetterseite“). Die schattige Nordseite der Bäume wird als Neststandort ebenfalls gern gewählt. Bezüglich der Röhrenrichtung ergibt sich ein Unterschied zum Malliner See, insofern, als dort keine Favorisierung einer bestimmten Himmelsrichtung erkannt werden kann. Dies hängt damit zusammen, dass am See die Richtung zum jeweiligen Ufer hin (W-,bzw. E-Ufer) eine dominierende Rolle spielt.
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Untergrundbeschaffenheit: Die Nester (n = 42) hingen am Fundtag über folgendem Untergrund:
trocken 19 (45%), sumpfig 14 (33%), über Wasser 9 (22%).
Die Wassertiefe betrug bis zu 50 cm (8x Torfstiche, 1x Wassergraben).
Es ergibt sich eine etwas andere, doch ähnliche prozentuale Verteilung, wie am Malliner See.
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Bemerkenswerte Beobachtungen: Wie bereits auf den vorherigen Webseiten berichtet, gelangen mir in der Tollenseniederung mehrere Beobachtungen, wie man sie “nicht alle Tage” macht und die auch sämtlich fotografisch belegt werden konnten. Auf diese sei hier noch einmal hingewiesen (mit Link zur betreffenden Webseite). 1. 2003 kam es in einem Fall zu einer Nestokkupation durch die Schwanzmeise. 2. 2003 und 2004 wurden bei insgesamt 3 Erstbruten allein brütende und fütternde Männchen konstatiert. 3. 2005 konnte in einer Fotosequenz erstmals der Kopulationsakt dokumentiert werden (Fotos zu diesem brutbiologischen Teilaspekt sucht man selbst in einschlägigen Monografien vergeblich!).
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