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Eiablage und Brut

Bebrütung des Geleges
Ei und Gelege:
Das Ei der Beutelmeise hat eine typisch lang-ovale Form, die allerdings leicht variiert. Offenbar ist dies eine Anpassung an die frei pendelnde Aufhängung des Nestes an dünnen Zweigen; denn damit wird eine gewisse Stabilisierung in der Längsachse des Eies erreicht. Somit wird das Risiko verringert, dass es bei starkem Wind, der die Nester oftmals in heftige Bewegung versetzt und sie zeitweise mit der Einflugsröhre nach unten verdreht, zu einem Durcheinanderrollen oder gar Herausrollen der Eier kommt. Außerdem sind die Eier meist leicht in Polstermaterial eingebaut und dadurch zusätzlich “fixiert”.
Die Eifarbe ist rein weiß, die Schale ohne Glanz.

GelegeDie Eimaße von vier Gelegen seien genannt:
Nest 1984/01 (Gelege vom Weibchen verlassen; Vollgelege mit 6 Eiern, halb eingebaut in Typha-Wolle, in zwei Lagen übereinander liegend)
Maße: 16 mm x 11 mm (3 Eier), 16 mm x 10,7 mm, 16 mm x 10,5 mm, 16 mm x 10 mm.
Nest 1988/10 (Nestabsturz im Gewitter; Vollgelege mit 6 Eiern, davon 3 Eier zerstört)
Maße: 16,5 mm x 10 mm (2 Eier), 16,5 mm x 10,5 mm.
Nest 1996/01 (Brutmisserfolg; Teilgelege mit 1 Ei)
Maße: 16 mm x 9 mm.
Nest 2004/01 (Nestabsturz durch starken Wind; Teilgelege mit 2 Eiern, offenbar vom Männchen bebrütet)
Maße: beide Eier 15 mm x 10 mm.


EiDie Gelegegröße beträgt im Gebiet bis zu 7 Eier (z.B. wurden 1964 maximal 7 flügge juv. konstatiert), möglicherweise 5 – 7 Eier.
Ab welchem Nestbaustadium das erste Ei gelegt wurde, kann nicht definitiv gesagt werden, vermutlich ab fortgeschrittenem Henkelkorbstadium, jedoch wohl meist erst während des Röhrenbaus.
Über die Brutdauer besitze ich nur ungefähre Aufzeichnungen. Bei sämtlichen Rekonstruktionen von Brutabläufen wurden 13 Tage zugrunde gelegt.

Vogelschutz hat Priorität!
Wie man oben ersieht, handelt es sich um Gelege von abgestürzten Nestern oder von erfolglosen Bruten. Von Einsichtnahmen in Nestern, in denen ein Altvogel brütete, habe ich stets Abstand genommen, um das Brutgeschäft nicht zu stören oder zu gefährden, aber auch um nicht eine, durch die Störung bedingte, ”unnatürliche” Verhaltensweise der Vögel zu provozieren. Abgesehen davon wäre eine Nestkontrolle in unwegsamem Gelände nur unter unverhältnismäßig hohem Aufwand möglich gewesen, da die meisten Nester
- wenn überhaupt - dann nur mittels Leiter erreichbar waren. Und entsprechend groß wäre das Risiko einer eklatanten Störung gewesen.

Verhalten während der Bebrütung des Geleges
Beteiligung der Partner an der Bebrütung:
Bei der Beutelmeise brütet stets nur e i n Partner. Brutablösungen oder Fütterungen des brütenden Vogels durch den Partner kommen nicht vor.
In der Regel ist es das Weibchen, welches die Bebrütung des Geleges übernimmt, nachdem es das Männchen vom Nest vertrieben hat.
Nur in sehr wenigen Fällen (bis zum Jahr 2000 < 2 %) wurde das Männchen brütend angetroffen. Wie es dazu kam, konnte an den beiden betroffenen Nestern nicht eindeutig festgestellt werden. Zumindest bei einem Nest hatte ich die Vermutung, dass das Weibchen mitten in der Legeperiode aktiv den Partner gewechselt hatte, dessen Neststandort - Nest in 300 m Entfernung - ihm wohl bereits vorher „bekannt“ war, und wahrscheinlich die letzten Eier seines Geleges in dessen Nest abgelegt hatte. Das Männchen des vom Weibchen verlassenen Nestes war zum Zeitpunkt des Verschwindens seines Partners noch nicht auf den Bau eines neuen Nestes (Folgenest) fixiert (weil es offenbar nicht vertrieben wurde), sodass der Bruttrieb den Nestbautrieb ”überlagerte”, möglicherweise ausgelöst durch den Anblick der Eier.
Im zweiten Fall könnte es sich ähnlich verhalten haben. Auch hier konstatierte ich bei zwei benachbarten Nestern, die 1 km voneinander entfernt waren, nahezu synchron verlaufende Bruten und stellte an dem Nest mit dem brütenden und die Jungen aufziehenden Männchen ebenfalls nur drei flügge Jungvögel fest.
Eventuell könnte eine solche - hypothetisch angenommene - „Strategie des Aufteilens“ der beiden Teilgelege auf zwei verschiedene Nester die mathematische Wahrscheinlichkeit des Bruterfolges erhöhen, vorausgesetzt, das allein gelassene Männchen übernimmt seine Aufgabe als brütendes Elternteil. Bei Verlust durch äußere Einwirkungen geht so nur eine Hälfte verloren, und es ist unwahrscheinlich, dass dem anderen Teil das gleiche Missgeschick widerfährt. Derartige „Praktiken“ finden besonders günstige Bedingungen, wenn bei relativ großer Revierdichte der Weibchenbesatz im Brutgebiet gering ist, also relativ viele Männchen an ihren fast fertiggestellten (Reserve-) Nestern ledig geblieben sind. Auch 1990 (Weibchenanteil etwa 30 %) wurde bei einem Weibchen eine gleichzeitige lose Beziehung zu mindestens zwei verschiedenen, benachbart nistenden Männchen vermutet.
Wie bereits auf den Seiten “Bestandsentwicklung” und “Verhalten” dargestellt, handelt es sich beim Zeitpunkt Nestvollendung/ Eiablage um eine für das Gelingen der Brut besonders kritische Phase, bei welcher, meist vom Weibchen, „entschieden“ wird, ob es entweder selbst das Vollgelege bebrütet oder versucht, dies dem Männchen zu überlassen. Im letzteren Fall, der häufig eintritt, ist die Brut in der Regel gescheitert (s. Diagramm); denn die weitaus meisten Männchen interessieren sich nicht für das verlassene (Teil-)Gelege. Da der ihnen innewohnende Bautrieb dominiert, betrachten sie das Nest nur noch als günstigen Niststofflieferanten für ein Folgenest, welches in solchen Fällen oft unmittelbar neben dem Erstnest entsteht. Nicht wenige abrupte Brutabbrüche könnten auch mit durch anhaltend schlechtes Wetter ausgelöst worden sein, wie es besonders 1984, 1991, 1992 und 1995 der Fall war. Denkbar wäre, dass dann die Weibchen entferntere Gebiete ihres Brutareals aufsuchen, die witterungsmäßig begünstigt sind, um dort mit einem anderen Partner erneut zur Eiablage und Brut zu schreiten. Damit wäre der artgemäßen Gesamtstrategie, die auf maximalen Bruterfolg ausgerichtet ist, auf flexible Art und Weise Genüge getan. FRANZ (1989) konnte eine Weibchenwanderung während der Brutsaison über 210 km, allerdings in nur einem Fall, nachweisen.

Die während der kritischen Phase konstatierten Fälle

 

Verhalten des Weibchens
gegenüber dem Männchen

Weiterer Ablauf

Brutverlauf

Vorkommen

1.1.

deutlich aggressiv;
versucht, das Männchen vom Nest zu vertreiben.

Vollgelege wird vom Weibchen bebrütet.
Männchen baut ein Folgenest in “Rufweite”, ohne sich um Bebrütung und Jungenfütterung zu kümmern (lose Beziehung besteht z.T. weiterhin), oder wandert in ein neues Revier ab.

erfolgreich

häufig (“Normalfall”)

1.2.

(Teil-?)Gelege wird vom Männchen bebrütet.
Weibchen wandert ab (Stressreaktion wegen Streitigkeiten?).

(als Teilbrut) erfolgreich

selten

1.3.

Weibchen wandert ab. Männchenverhalten wie unter 2.3.

gescheitert

vereinzelt

2.1.

leicht aggressiv;
kein Vertreibungsversuch,
nur “Drohen”.

Vollgelege wird vom Weibchen bebrütet
(sonst wie unter Punkt 1.1.).

erfolgreich

vereinzelt

2.2.

(Teil-?)Gelege wird vom Männchen bebrütet.
Weibchen wandert ab.

(als Teilbrut) erfolgreich

vereinzelt
(Tendenz: zunehmend ?)

2.3.

Weibchen wandert ab. Männchen übernimmt nicht die Bebrütung des (Teil-?)Geleges; baut ein Folgenest (oft dicht neben dem Erstnest, welches teilweise abgebaut wird).

(als Teilbrut) gescheitert

häufig

In obiger Tabelle habe ich versucht, die verschiedenen Fälle, die während der kritischen Zeitspanne Nestbauende/ Eiablage registriert wurden, in leicht schematischer Form darzustellen. Da es sich dabei um einen relativ kurzen Zeitraum, besser: Zeitpunkt, handelt, ist es für den Feldbeobachter ein purer Zufall, wenn er Zeuge des Geschehens im entscheidenden Moment werden sollte. Niemand hat bisher gesehen, was konkret passiert, wenn etwa das Weibchen Nest und Gelege gerade für immer verlässt. Man kennt lediglich die “Vorgeschichte” des jeweiligen Falls, etwa dass sich Auseinandersetzungen am Nest abspielten oder auch nicht (man kann diese aber auch als Beobachter “verpasst” haben), und man kann nur noch konsterniert das abrupte Verschwinden des Weibchens von dem fertigen Nest registrieren, an dem wochenlang eine rege Bautätigkeit herrschte und das ziemlich sicher schon mit einigen Eiern belegt wurde. - (Welch` ein Aufwand für einen solchen Ausgang!)

Wie bereits beschrieben, kam ein solches Scheitern von Bruten (gemäß Punkt 2.3. obiger Tabelle) im Gebiet bei rund 40 % der Paarnester vor (Extreme: 1984 - 100 %, 1988 -66 % und 1991 - 80 %; siehe Diagramm).
Aggressives Verhalten beim Weibchen scheint eine wichtige Voraussetzung für das Gelingen der Brut zu sein. Dies geht jedenfalls auch aus der Tabelle (unten) hervor, die durch nachträgliche Sichtung meines Datenmaterials von 64 Nistungen entstanden ist.

Diagramm Abgebrochene Bruten
Tabel le1

Bebrütungsbeginn: Der Bebrütungsbeginn liegt wohl meist (?) bereits vor Vollendung des Geleges; denn bei den fünf toten Jungen eines abgestürzten Nestes stellte ich eine deutlich unterschiedliche körperliche Enrwicklung fest.
Verhalten des brütenden Vogels: Brütende Altvögel - auch brütende Männchen - verhalten sich am Nest sehr unauffällig. Ihre Rufaktivität ist noch stärker reduziert, als während des gemeinsamen intensiven Nestbaus. Das Nest wird meist still beflogen und ebenso unauffällig verlassen. Vor dem Verlassen des Nestes wird meist kurz gesichert (Foto). Gelegentlich geäußerte Rufe sind leise und kurz; sie klingen wie „zi“ Sichern02oder „zü“ (beim Weibchen meist nur kurz „si“ oder „tü“). Auch wenn ein Eindringling (Männchen) aus dem engeren Nistrevier vertrieben wird, werden kaum Rufe seitens des Nestinhabers vernehmbar. Doch nähert sich ein potentieller „Feind“ (z.B. ein Mensch) zur Brutzeit dem Nest zu sehr, werden wiederholt Warnrufe ausgestoßen, die ähnlich dem „Ziih“ klingen, allerdings kürzer und etwas leiser sind. Bei Anwesenheit eines Menschen wird das Nest meist nicht direkt angeflogen, sondern über „Umwege“ und manchmal erst nach längerem Zögern. Fremde Männchen fliegen manchmal provokativ laut rufend das Brutnest an und veranlassen den brütenden Vogel zum Herausschauen und anschließenden Vertreiben des Eindringlings, oft über mehr als 100 m.
Brutpausen: Typisch für die Art ist das häufige Unterbrechen der Bebrütung (s. auch STEINFATT 1934 und FRANKE 1938); denn der allein brütende Vogel muss sich selbst sein Futter suchen. Das geschlossene und hervorragend isolierte Nest garantiert eine derart vollkommene Wärmedämmung, dass das bebrütete Gelege während der häufigen Brutpausen auch bei kühlem Wetter keinen Schaden nimmt. In der folgenden Tabelle sind meine diesbezüglichen Beobachtungen an 8 Nestern dargestellt. Die Aufzeichnungen wurden meist in den Vormittagsstunden, bei einigen um die Mittagszeit, vorgenommen.

Tabelle Brutpausen02
Diagramm Brutpausen

Bemerkungen: Diesem Diagramm liegen die an 8 Brutnestern beobachteten Verhältnisse hinsichtlich der Brutpausen zugrunde (Anzahl/h; Dauer; jeweilige Verweildauer im Nest nach der Pause).
Es handelt sich um Mittelwerte (s.Tabelle oben).
Meist konnte nicht fortlaufend beobachtet werden, und somit mangelt es an Fakten, insbesondere was die Mitte der Brut betrifft (6. - 8. Bruttag).
Auch wenn der hochgerechnete Wert (14 /h am 6. Bruttag) zu hoch erscheinen sollte, dürfte doch immerhin eine Tendenz zu überdurchschnittlich vielen Bebrütungsintervallen während der Mitte der Brut angedeutet sein.

Aus den wenigen, an 8 Nestern gewonnenen Daten lässt sich nur bedingt schlussfolgern, dass die Unterbrechungen in der Mitte der Bebrütungszeit (6. Bruttag) besonders zahlreich zu sein scheinen (pro Stunde durchschnittlich 14; siehe dazu die Bemerkungen zum Diagramm), bei geringer Pausen- und Bebrütungsdauer (im Schnitt 1,3 bzw. 2,5 min), während die Bebrütung zu Beginn und gegen Ende weniger oft durch Pausen unterbrochen wird (pro Stunde durchschnittlich 6), wobei die Unterbrechungen und besonders die Bebrütungszeiten deutlich länger andauern (im Durchschnitt 3,8 bzw. 6,6 min).
Vermutlich sind all diese Fakten auch abhängig von den Witterungsbedingungen (Lufttemperatur, Wind, Regen, wodurch die Nahrungssuche beeinträchtigt werden könnte), sowie von der Tageszeit (hier:meist Vormittags-, bzw. Mittagsstunden), sodass bei anderen Autoren und Gebieten eventuelle Abweichungen nicht ausgeschlossen werden können. Auch eine direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzte, nach Süden ausgerichtete Neströhre, wie bei Nest 1992/01, könnte vielleicht zu häufigerem “Pausieren” führen.
In der Literatur finden sich nur wenige genaue Hinweise zu diesem Thema, lediglich DUBININ / TOROPANOWA (1956) bemerken, dass die Brutpausen gegen Brutende seltener (!) werden.
Während der gesamten Bebrütungszeit wird das Nest vom brütenden Vogel laufend vervollständigt, was sowohl die Innenauspolsterung, als auch die Neströhre betrifft. Deren Mündung wird häufig mehr oder weniger dick mit (wasserabweisender) Samenwolle von Weide, Pappel oder Rohrkolben umsteckt. In drei Fällen wurde die Brutröhre sogar noch um mehrere Zentimeter verlängert (um bis zu 6 cm). In den Brutpausen geht also der brütende Vogel nicht nur der Nahrungssuche nach, sondern bringt bei seiner Rückkehr oftmals Nistmaterial, meistens Polsterstoffe, mit. Die bei vielen anderen Singvogelarten „übliche“ Fütterung durch den Partner „erübrigt“ sich bei der Beutelmeise wegen der zahlreichen (teilweise >10 pro h) und teilweise recht ausgedehnten (bis zu 10 min, s.o.Tabelle) Bebrütungsintervalle, die nur aufgrund der guten Wärmeisolation des Nestes möglich sind.
Verhalten des Männchens: Das zugehörige Männchen, falls es nicht sein Revier verlassen, sondern inzwischen in der Nähe ein neues Nest begonnen hat, hält die Verbindung zum brütenden Weibchen die ganze Zeit über durch täglich mehrmalige „Besuche“ am Brutnest aufrecht, falls sich - was meist der Fall ist - kein zweites Weibchen einstellt. Das Männchen demonstriert am Brutnest oft sogar noch das „Anlocken“, indem es sich am Nest anklammert und in die Brutröhre ruft oder singt, obwohl es bei vielen Weibchen damit „nicht ankommt“ und vehement vertrieben wird. Einige (nicht alle) Männchen neigen zum Niststoffdiebstahl am Brutnest, indem sie (bei Abwesenheit des Weibchens oder während dieses brütet) hastig Fasern von der Wicklung abzuwickeln versuchen. Andere dagegen scheinen echte Partnerschaft zu beweisen, indem sie bei Warnrufen des Weibchens am Brutnest erscheinen und so durch ihre bloße Anwesenheit gewissermaßen “Beistand” leisten. Vermutlich beteiligen sich manche Männchen gelegentlich sogar an der Vertreibung eines fremden Artgenossen aus dem Brutrevier; denn manchmal sieht man bei derartigen Verfolgungsjagden drei Beteiligte. Gelegentlich werden in den Brutpausen Männchen und Weibchen auch bei gemeinsamer Nahrungssuche gesehen, wobei sich die beiden Partner wechselweise leise „zi“ zurufen.
Das Pflegen einer Beziehung zum vormaligen Partner wird vorwiegend einseitig vom Männchen betrieben. Doch an einigen Nestern (die dann manchmal eine höhere Vervollkommnung erfuhren, als typische Männchennester) habe ich auch mit Sicherheit festgestellt, dass das Weibchen gelegentlich in den Brutpausen am Folgenest erschien, sich vom Männchen verfolgen und anlocken ließ, sich dort sogar zeitweise am Bau beteiligte oder andererseits Material stahl (Brut- und Männchennest befanden sich in meinem Sichtbereich). Erst kürzlich beobachtete ich, wie ein brütendes Weibchen sein Nest verließ und geradlinig zum 150 m entfernten Männchennest flog. Man konnte deutlich hören, wie dort beim Eintreffen des Weibchens die Rufe plötzlich intensiver wurden und sich offenbar die Erregung des Männchens steigerte. Ein solches Verhalten scheint eine günstige Basis für eine monogame „Saisonehe“ zu sein, die lediglich durch die erste Brut- und Aufzuchtperiode unterbrochen wurde, jedoch gewissermaßen latent weiterbestand. Möglicherweise läßt die einzige (von mir vermutete) echte Zweitbrut im Sommer 1994 darauf schließen.
Häufiger kam es auch vor, dass das Weibchen nach Brutabbrüchen zum Zweitnest seines vormaligen Männchens (einmal nur 15 m entfernt) überwechselte und dort in einigen Fällen auch erfolgreich brütete.
Über brütende und Junge fütternde Männchen habe ich bereits am Ende des Abschnitts “Bestandsentwicklung” geschrieben (s.auch das dortige Foto).

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