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Habitat: Im Gebiet bewohnt die Art während der Brutzeit lichte und reich strukturierte Uferzonen nährstoffreicher Seen, sowie ähnliche Habitate - insbesondere an alten Torfstichen - am Tollensefluss. Die zahlreichen Kleingewässer (Sölle) der Feldmarken (zwischen Neubrandenburg und Penzlin) werden von ihr gemieden; ebenso fehlt die Art im Tal des Malliner Wassers (Bachlauf). Während sich ihre Nester an den Seen stets nahe dem Ufer befinden (größte Entfernung: 20m), nistet sie in der Tollenseniederung auch in größerer Entfernung vom Fließgewässer (100 – 200 m). Doch in der Regel liegen die meisten Niststätten innerhalb der Überschwemmungszone des Brutgewässers. Da sich die Überflutungen meist im Frühjahr ereignen, kann es vorkommen, daß die ersten Nester über mehr oder weniger tiefem Wasser gebaut werden, jedoch später - nach Zurückgehen des Hochwassers - über sumpfigem oder sogar trockenem Boden hängen. Hinsichtlich der natürlichen Ausstattung des Lebensraums (Bruthabitat) der Art müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:
1. Ufer mit lockerem Baumbestand (zeilenweise oder Ufergehölz), sowie vorgelagerten dichten Grauweidengebüschen und Schilfröhrichten. 2. Baumarten, die günstige Nistbedingungen gewähren. 3. Pflanzenarten, die geeignete Niststoffe bereitstellen. 4. Vorjährige dicht-verfilzte Pflanzendickichte, die im Frühjahr - nach der Ankunft im Brutgebiet - Schutz vor Witterungsunbilden und Feinden bieten und somit auch als Nächtigungsplatz dienen. 5. Pflanzenarten, die von Nahrungstieren (Insekten und Spinnen) in reichlichem Maß bewohnt werden, bzw. auch selbst Nahrung in Form von Samen anbieten.
Außerhalb der Brutzeit, etwa von August (Mauser) bis März, halten sich die Beutelmeisen hauptsächlich in den dichten Schilfröhrichten der Seen auf, sodass man hier vom Zughabitat sprechen kann. Die ein Gewässer umschließenden streifenartigen Bruthabitate der Art weisen die Merkmale zumindest zweier Vegetationseinheiten auf: Uferweidichte und Schilfröhrichte. Das Schilfröhricht (Scirpo-Phragmitetum) läßt örtlich hinsichtlich des Dominierens bestimmter Pflanzenarten (neben Phragmites australis auch Typha latifolia, Typha angustifolia, u.a.) sowie der Wuchsdichte und -höhe gewisse Unterschiede erkennen. Häufig schließt sich an der dem Land zugewandten Seite des Röhrichts ein Großseggenried (Magno-Caricetum) meist geringer Breite an (mit Carex paniculata, C. acutiformis, C. riparia, u.a.). Die Uferweidichte können in ihrer artenmäßigen Zusammensetzung, sowie ihrer Ausdehnung und Kontinuität verschieden ausgebildet sein. Charakteristisch ist ein dichtes Grauweidengebüsch (mit Salix cinerea, S. aurita, S. triandra), welches unmittelbar an der Uferlinie stockt und stellenweise mit einzelnen Büschen auch in den Schilfgürtel eindringt. Landwärts sind an vielen Uferstrecken baumförmig wachsende Weiden eingesprengt (Salix alba, S.fragilis, S. pentandra, u.a.), mancherorts kommen Erlen (Alnus glutinosa, A. incana), Flatterulmen (Ulmus laevis), Birken (Betula pendula, B. pubescens) und Pappeln (Populus nigra) hinzu. Örtlich erweitern sich diese meist schmalen, aufgelockerten Baumstreifen zu kleinen Ufergehölzen, wobei sich weitere Baumarten hinzugesellen (Fraxinus excelsior, Prunus padus, u.a.). Landseitig grenzen die Uferweidichte meist an Feuchtwiesen oder Kleinseggensümpfen an, gelegentlich auch an landwirtschaftlich genutzte Ackerflächen. Während die Art im Schilfröhricht lediglich der Nahrungssuche - und teilweise dem Niststofferwerb - nachgeht, errichtet sie in den Uferweidichten ihre Niststätten.

Nistbäume: Bezüglich der zum Nisten dienenden Baum- und Straucharten ist festzustellen, dass vor allem solche mit elastischen, hängenden Zweigen in Frage kommen, die der artgemäßen Spezifik des Nestbaus am meisten entsprechen. Im Gebiet sind dies zu 76% Weiden, und unter diesen hauptsächlich die baumförmig wachsenden Arten. Die Nistbaumarten des Gebietes seien im folgenden nach der Häufigkeit ihrer „Benutzung“ aufgelistet: Silberweide (Salix alba) 63x, Lorbeerweide (Salix pentandra) 54x, Traubenkirsche (Prunus padus) 14x, Hängebirke (Betula pendula) 10x, Bruchweide (Salix fragilis) 9x, Schwarzpappel (Populus nigra) 6x, Flatterulme (Ulmus laevis) 5x, Grauweide (Salix cinerea) 5x, Grauerle (Alnus incana) 3x, Schwarzerle (Alnus glutinosa) 2x, Ohrweide (Salix aurita) 2x, Moorbirke (Betula pubescens) 2x, Salweide (Salix caprea) 1x. (An einem außerhalb des Gebietes liegenden See wurde in einem Fall die Esche (Fraxinus excelsior) als Nistbaum festgestellt).

Niststofflieferanten: Zum Bau ihres Nestes verwendet die Art zum einen Pflanzenfasern (Bast) als formgebendes und befestigendes Element und zum anderen watteartige Polsterstoffe für die Wärmedämmung. Während das graue Fasermaterial von vorjährigen Sprossen des Hopfens (Humulus lupulus) und der Großen Brennessel (Urtica dioica) stammt, stellen ab Mitte Mai Grau- (Salix cinerea), Ohr- (Salix aurita) und Lorbeerweide (Salix pentandra; deren vorjährige Samenstände z.T. schon im Frühjahr bereitstehen), sowie um Mitte Juni die Schwarzpappel (Populus nigra), der Rohrkolben (Typha spec.) bereits im Frühjahr und das Moorgreiskraut (Senecio tubicaulis) im Juni mit ihren weiß- (oder graubräunlich-) wolligen Samenhärchen hervorragend geeignetes Polstermaterial in großen Mengen zur Verfügung.
Nahrung: Bisher habe ich folgende pflanzliche und tierische Nahrung festgestellt, soweit mir dies durch Beobachtung mit dem Glas möglich war (sicher ist die Liste sehr unvollständig, und die Artbestimmung war nicht möglich): Im Sommer und Herbst (Winter?) Schilfsamen (Phragmites australis), im März/April winzige Insekten (Art?) aus den Fruchtständen des Rohrkolbens (Typha spec.), im April/ Mai kleine Insekten (Art?) aus blühenden Weidenkätzchen (Salix spec.), von Juni bis September Blattläuse (Art?; auch als juv.-Nahrung) auf den Blättern von Phragmites und Salix, von Mai bis Juli/August kleine Insektenlarven (Art?, häufig von gelblich-grüner Farbe; juv.Nahrung) und kleine Spinnen (Art?; juv.-Nahrung; oftmals auch kleine weiße Kokons) aus Phragmites, Salix und anderen Bäumen, im Februar/ März Insekten und Spinnen, die im Inneren von Phragmites- und Carex-Halmen überwintern (wahrscheinlich durch Aufreißen der Halme und durch Nutzen der durch Blaumeisen u. a. geschaffenen Öffnungen).
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