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Beutelmeisennest (Foto in schräger Seitenansicht). Der Nestkörper ist in einer Zweiggabelung aufgehängt. Oben die Wicklung (straff mit Bastfasern umwickelter Zweig), auch die beiden Gabelzweige können mehr oder weniger lang umwickelt sein. Die Einflugsröhre kennzeichnet das fertiggestellte Nest. In manchen Nestern sind ein oder mehrere Starkhalme (Bedeutung nicht bekannt, hier fehlend) in den Nestkörper mit eingebaut, deren Enden oft lang herausragen. (Hinweis:Ein Starkhalm ist auf der Seite “Nestbaufotos 2010” zu sehen)
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Rechts die verschiedenen vorkommenden Nesttypen (klassisch”/ quer; grau/ weiß; lang-/ kurzröhrig; Paar-/ Männchennester; auch die Länge der Wicklung ist variabel; zwischen allen Typen gibt es Übergänge). Ein Sonderfall ist das relativ selten vorkommende Aufhängen des Nestes zwischen zwei Ästen, praktisch ohne die “Hauptwicklung” (s. Farbfoto unten und Tafel “Unvollendete Nester”, Nr.2). Links neben dem Foto: Form- und Größenvergleich zwischen den frühen “grauen” Nestern und den mehr gedrungenen weißen Mai-/ Juninestern.
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Nestmaße (in mm)
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Nesttyp
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H
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B
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T
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L
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LR
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Lu
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DR
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HW
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DW
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SR
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S
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S seitlich
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Bo
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Z
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<
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frühe Nester
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155,6
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86,9
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98,9
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108,6
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49,3
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22,1
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28,8
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116,4
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17,4
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4,4
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10,3
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14,7
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51,4
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247,1
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76,4o
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weiße Nester
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131,1
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81,5
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91,9
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107,5
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47,5
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19,0
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25,5
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60,3
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10,7
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30,0
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302,8
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70,0o
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Mittel- wert
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143,4
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84,4
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95,6
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108,3
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48,9
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21,4
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28,1
|
86,5
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17,4
|
4,4
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10,4
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14,7
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45,0
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275,0
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73,0o
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Weitere Angaben: Masse (trocken): 35 - 48 g (Mittelwert: 40 g) Obige Maße beziehen sich auf 17 Nester, die nach der Brutzeit abgenommen und genau vermessen wurden. (9 graue, bzw. grau_weiße Nester und 8 weiße Nester; sämtliche Maßangaben sind Mittelwerte)
Folgende Angaben betreffen Nester, deren Abmessungen vor Ort geschätzt wurden: Länge der Röhre (LR): 10 - 100 mm, Mittelwert 48 mm (n = 32) Länge der Wicklung (HW): 10 - 400 mm; Mittelwert 145 mm (n = 67) Anzahl der eingebauten “Starkhalme” (festgestellt bei mindestens 10% der gefundenen Nester): 1 - 3 Stck. Länge der “Starkhalme”: 50 - 300 mm; Mittelwert 149 mm (n = 19) Bei einem Männch.-Nest waren etwa 3/4 des Innenraums mit Samenachenen gefüllt (fast bis zum Röhrenansatz). Die Zweiglänge (Z) kann bis über 1 m betragen.
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Im Gegensatz zu den oben dargestellten Nestern handelt es sich hier um die “Kreationen” lediger Männchen, die meist im Stadium “fortgeschrittener Henkelkorb” stecken blieben (5 - 7), z.T. auch früher (1 - 4). In einzelnen Fällen, insbesondere bei temporärer Weibchen-Mitwirkung, werden auch kurze Röhren (mit zu weiter Öffnung!) angefertigt (10 +11). Selten sind 2 Röhrenansätze (9) Monstrositäten (12), Aufhängung an 2 Zweigen (2), zu kleine(4 +11) oder dünnwandigeNester (3).
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Die Ursachen der Beschädigung, bzw. Zerstörung sind unterschiedlich: Verwüstung durch ein benachbartes Beutelm.-Männchen (1), teilweiser Abbau, meist von unten her, aber auch der Wicklung, durch den Nestbesitzer (2 - 5; Niststoffdiebstahl führt kaum zu solchen Schäden), Prädator-Einwirkung (6; durch Kolkrabe?), Einfallen der Brutröhre durch Starkregen während Schlechtwetterperioden (7 - 9; bei 9 erst Tage nach Nestaufgabe). 10 = Männchennest.
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Beutelmeisen suchen ihr Nistmaterial nicht, wie andere Vögel, auf dem Boden, sondern gewinnen es “aktiv” durch Abreißen oder Absammeln, unter mehr oder weniger großer Kraftanstrengung, je nach Konsistenz des Pflanzenteils. Für das Grundgerüst des Nestes, die Wicklung und die Röhre benötigen sie widerstandsfähige, auf Zug belastbare Bastfasern, die ihnen an vorjährigen Hopfensprossen (Humulus lupulus) und Brennesselstängeln (Urtica dioica) zur Verfügung stehen. Für die Abdichtung des Nestes gegen Kälte und Nässe dienen ihnen im Frühjahr die wolligen, wasserabweisenden bräunlichen Rohrkolbensamen (Typha latifolia) und ab der zweiten Maidekade die weiße “Weidenwolle” (Samen mit Haarschopf) hauptsächlich der Grauweide (Salix cinerea), später auch der Schwarzpappel (Populus nigra). Zur Wärmedämmung der Nestmulde werden auch gern weißgraue Samenachenen von Kompositen (z.B. vom Moorgreiskraut, Senecio tubicaulis oder von Disteln, Cirsium spec./ Carduus spec.) eingetragen. Seltener finden sich auch wenige Daunenfedern oder etwas Hasenwolle in der Nestmulde. Gelegentlich trifft man auch bereits im April auf frische Nester, die einen gewissen Anteil an weißem Material aufweisen. Dies deutet darauf hin, dass entweder ein vorjähriges “weißes” Nest abgebaut wurde oder dass sich eine Lorbeerweide mit vorjährigen weißen Samenkätzchen in der Nähe befindet.
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Als Nachtrag sei an dieser Stelle noch ein Nest aus dem Tollensegebiet (an Schwarzerle) mit eigenartigem “Outfit” gezeigt. Das seltsame Aussehen kommt dadurch zustande, dass ausser den beiden Seitenwicklungen (an stark gekrümmten Zweigen) auch noch ein dritter Zweig oberhalb der Brutröhre bewickelt wurde und das Nest ausserdem zwei Grundwicklungen aufweist. Offenbar war hier das Weibchen stark mit beteiligt. Zum Zeitpunkt der Aufnahme waren die Wicklungen wieder mehr oder weniger zurückgebaut worden.
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