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Bauphasen: Da es sich beim Beutelmeisennest - im Vergleich zu anderen Singvogelnestern - um ein relativ komplexes tierisches Bauwerk handelt und letzteres außerdem auf recht ungewöhnliche Art und Weise - frei hängend - am Zweig befestigt wird, verläuft der Nestbau dementsprechend ziemlich zeit- und materialaufwendig in vier aufeinanderfolgenden Stadien: 1. Anfertigung einer Wicklung („Grundwicklung“) aus zugfesten Bastfasern (von Hopfen, Brennessel), der hängenden Konstruktionsweise Rechnung tragend, als innige und rutschfeste Verbindung zwischen Nest und tragendem Zweig, wobei es von Fall zu Fall verschieden sein kann, ob zuerst der obere Hauptzweig (die spätere „Spindel“) oder einer der beiden Gabelzweige bewickelt wird. Die Wicklung kann unterschiedlich dick und lang ausfallen. Gelegentlich (regelmäßig?) wird vor Beginn dieses ersten Stadiums ein Zweig (oder mehrere?) vom Männchen mit losen Fasern „markiert“, doch nicht in jedem Fall wird auch später an dieser so gekennzeichneten Stelle das Nest gebaut (s.u.). 2. Faserbündel werden wiederholt an einem Gabelzweig nicht vollständig aufgewickelt, sondern leicht durchhängend zum anderen Gabelzweig geführt und dort wiederum durch Wickeln und Stochern befestigt. Als Ergebnis entsteht eine - anfangs kurze - Brücke, die Hängematte, die mit zunehmender Dichte sowohl an den Seiten, als auch nach unten hin, ausgeweitet wird. Zum Abdichten wird bereits jetzt erstes Polstermaterial (von Weide und Rohrkolben) zwischen die Bastfasern gestopft. 3.1. Ist ungefähr die artgemäße Nestgröße (Höhe des späteren Nestkörpers) erreicht, beginnt das Errichten der Seitenränder durch Anhäufen und Hochschieben von Fasermaterial entlang des Nestrandes, sowie anschließendes Verdichten und Querverweben der Fasern. Überaus typisch ist in dieser und in den nachfolgenden Bauphasen das „Über-den-Rand-hinweg-Zupfen“ von Fasern durch den im Nest sitzenden (bzw. stehenden) Vogel, der sich dazu aus dem Nest beugt, außen befindliche Faserenden mit dem Schnabel ergreift, diese straff über den Nestrand hinweg zieht und innen durch Stochern und Stopfen befestigt. Schließlich ist ein flacher Napf geformt: der frühe Henkelkorb. 3.2. Indem sämtliche genannten Nestbautätigkeiten fortgesetzt werden und auch besonders viel Polstermaterial in die Nestmulde eingearbeitet wird, kommt der „eigentliche“ Henkelkorb zustande, welcher in seiner Grundform einem herkömmlichen offenen Singvogelnest ähnelt, sieht man von der Art der Befestigung ab. 3.3. Der fortgeschrittene Henkelkorb zeigt bereits deutlich die arttypische Beutelform, allerdings noch mit zwei runden Öffnungen: an der Stelle der späteren Einflugsröhre eine große, mehr oder weniger ovale Öffnung, die oben einen gewölbten Dachansatz aufweist, und eine kleine rundliche an der Rückseite. Vor allem die große Öffnung weist einen infolge des Querverwebens der Fasern deutlich stabilisierten Rand auf. 4. Mit dem Anfertigen der engen, unterschiedlich langen Einflugsröhre und dem Schließen der rückwärtigen Öffnung geht das Nest seiner Vollendung entgegen. Die dünnwandige und trotzdem gegen mechanische Verformung recht stabile Brutröhre setzt besonders verfeinerte Nestbautechniken voraus, die wohl vor allem dem Weibchen zukommen, obwohl beide Partner am Röhrenbau etwa zu gleichen Teilen Anteil haben. Doch nur das Weibchen sorgt für eine maßgerechte Ausführung der Röhre, da es diese „um sich herum“ baut (Zitat FRANKE, 1937). Die Innenauskleidung des Nestes mit feinen Polsterstoffen, die bereits sehr frühzeitig beginnt, wird vom Weibchen während der Periode des Brütens laufend vervollkommnet (desgleichen kann an der Röhre weiter gebaut werden; dies trifft auch für brütende Männchen zu). Ledige Männchen bauen Nester, gelegentlich mit zeitlichen Unterbrechungen, die in der Regel im fortgeschrittenen Henkelkorbstadium, manchmal auch in einer noch früheren Bauphase „steckenbleiben“. Nur in wenigen Fällen versuchen sich die Einzelmännchen auch an einer Röhre, die jedoch immer kurz bleibt und deren Durchmesser vor allem zu groß ausfällt.
Bauphasen (Schema): Wicklung> Hängematte> früher Henkelkorb> “eigentlicher” Henkelkorb> fortgeschrittener Henkelkorb> Röhre (vollendetes Nest).
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Was die erstaunlich hohe Belastbarkeit pflanzlicher Bastfasern betrifft, findet sich in MIEHE/ Taschenbuch der Botanik (1955) folgende Einschätzung (Zitat): Wird das Tragvermögen von Bastfasersträngen mit Hilfe von daran gehängten Gewichten ermittelt, so zeigt sich, dass dieses an der Elastizitätsgrenze mit dem des Schmiedeeisens, vereinzelt sogar mit dem des Stahls zu wetteifern vermag. Hinsichtlich ihrer Elastizität sind die Bastfasern sogar den Metallen erheblich überlegen.
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Markierung von Zweigen vor dem Errichten des Nestes: Nebenstehendes Foto vom 14.4.2003 zeigt ein Männchen (unten), das seiner Partnerin eine dünn bewickelte Zweiggabel präsentiert. Das Weibchen wurde unter intensivem Rufen und kurzen Gesangsstücken an diese Stelle gelockt und zu einigen “Leerwicklungen” (ohne Niststoff) animiert. Schon zwei Tage vorher war offenbar dasselbe Paar an einem vorjährigen Nestrest aufgetaucht, den es inspizierte. Auch hier fand ich einen lose bewickelten Zweig vor. Doch beide Wicklungen verschwanden wieder, während das eigentliche Nest, welches mit hoher Wahrscheinlichkeit von diesem Paar stammte, in etwa 500 m Entfernung am 15.4. begonnen wurde. Auch in früheren Jahren fand ich derartige “Markierungen”, lose angefertigt, sodass sie teilweise durch leichten Wind wieder abgeweht wurden. Diese Beobachtungen lassen vermuten, dass in manchen Jahren, in denen der Nestbau witterungsbedingt erst relativ spät begonnen hat (wie 2003) und die Weibchen inzwischen auch zurückgekehrt sind, die Partnerinnen dann an der Wahl des Nistplatzes (und der Nestgründung?) mit beteiligt sind. Doch in der Regel dürfte das nicht der Fall sein, da die Männchen zuerst fast immer allein am Nest beobachtet wurden und die Weibchen sich erst Tage später dazugesellten.
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Baudauer: Die Dauer des Nestbaus kann von Fall zu Fall sehr unterschiedlich sein, da von verschiedenen Faktoren abhängig: vor allem von der Jahreszeit und von dem während des Baues herrschenden Wetter, aber auch vom Angebot an Niststoffen und vom Zeitpunkt der Mitbeteiligung eines weiblichen Partners. An dieser Stelle sei der Bau von vollendeten Nestern abgehandelt, d.h. von Nestern, an deren Errichtung sich von einem bestimmten Zeitpunkt an (meist ab der Henkelkorbphase) bis zum Abschluss der Bautätigkeiten ein Weibchen mitbeteiligt hat. Als durchschnittliche Baudauer habe ich 17 Tage ermittelt, als längste 23 Tage (April) und als kürzeste 12 Tage (Mai). Wie das Diagramm (s.u.) ausweist, sind die Beutelmeisen mit dem Bau ihrer frühen Nester im April länger beschäftigt (im Mittel 19 Tage), als mit dem Herstellen der Mai-/Junibauten (im Mittel 15 Tage). Dies hat seine Ursache in den im April ungünstigeren Verhältnissen bezüglich des Wetters (häufige und oftmals lang anhaltende Kälterückschläge mit starkem Wind, sowie Schnee-, Graupel- und Regenschauer verringern die Bauintensität), der Tageslänge, der Art und Menge des Niststoffangebots und der Nahrungsbeschaffung. Außerdem haben die meisten Aprilnester größere Abmessungen. Was den zeitlichen Anteil der einzelnen Bauphasen am Gesamtnestbau angeht, so ist festzustellen, dass im allgemeinen das Henkelkorbstadium mit durchschnittlich 49 % herausragt. Jedoch wird auch für den sehr sorgfältig ausgeführten Bau der Einflugsröhre des Nestes viel Zeit benötigt (im Mittel 39 %). Aus den beiden unteren Kreisdiagrammen ist ersichtlich, dass bei den frühen Nestern überdurchschnittlich mehr Zeit für die Henkelkorbphase verwendet wird (im Mittel 59 %), als bei den Mai-/Juninestern (50 %). Bei zwei Extremfällen trat dieser Unterschied besonders krass hervor (61 %, bzw. 24%). Dieses Phänomen dürfte im wesentlichen durch das Überangebot an Polstermaterial (Weiden- und Pappelwolle) im Mai und Juni hervorgerufen werden; denn die weiße Pflanzenwolle wird in den genannten Monaten in starkem Maße für den Bau des eigentlichen Nestkörpers verwendet. Demgegenüber ändert sich das Angebot an Bastfasern, die für die Anfertigung der Einflugsröhre besonders wichtig sind, in den einzelnen Monaten kaum; daher ist auch die mittlere Baudauer der Röhre für April und Mai/Juni fast gleich (7 Tage, bzw. 6 Tage), während diesbezüglich für das Henkelkorbstadium eine erhebliche Differenz besteht (13 Tage, bzw. 8 Tage).
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Der zeitliche Anteil des Nestbaus am gesamten Brutablauf (Nestbau, Eiablage, Brut, Fütterung der Jungen) ist bei Remiz sehr hoch, er beträgt mindestens 1/3 gegenüber etwa 1/10 bei den meisten “echten” Meisen und entspricht damit dem hohen Stellenwert, der dem Nest innerhalb des Paarungssystems der Beutelmeise zukommt.
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Nestbauhandlungen: Diese seien kurz anhand der Zeichnungen erläutert (in der Reihenfolge von oben links nach unten rechts).(veröffentlicht in: Schönfeld (1994) “Die Beutelmeise”, DIE NEUE BREHM-BÜCHEREI, BAND 599). Wickeln. Für das Grundgerüst des Nestes und eine enge Verflechtung des späteren Nestkörpers mit dem Zweig werden der Haupt- und die beiden Seitenzweige unter Ausführung von “Riesenwellen” (jeweils bis 11x) straff mit Bastfasern umwickelt. Stopfen. Lose Faserenden oder Polsterbällchen werden mit stochernden Bewegungen in der Wicklung bzw. Nestwand verankert. Dabei hält sich der Vogel (im frühen Baustadium) typischerweise spreizbeinig an den Gabelzweigen fest oder stützt sich mit Flügeln und Schwanz seitlich ab, um auch die oberen Teile zu erreichen. Die Augen werden dabei mitunter schützend geschlossen. Zupfen. An der Außenwand herausragende Faserenden werden, unter z.T. weitem Herauslehnen von Kopf und halbem Körper, über den Nestrand hinweg nach innen gezogen und dort stochernd befestigt. Hierdurch entsteht ein Wulst und später die in sich verfestigte und durch das Hineinstopfen von zahllosen Polsterbällchen stark verfilzte Nestwand mit hervorragenden Festigkeits- und Isolations- eigenschaften gegenüber Kälte und Feuchtigkeit. Röhrenbau. Dieser verläuft analog zu gen. Tätigkeiten, ebenfalls von innen her, nur dass für die dünnwandige Röhre besondere “Präzisionsarbeit” erforderlich ist. Der bauende Vogel glättet das Innere durch Kopfdrehen. Niststoffübergabe.In der Regel übergibt das Männchen. Nicht darstellbar sind: Glätten und Vertiefung der Nestmulde durch Drehbewegungen des gesamten Körpers, sowie “Beinarbeit”, Hochschieben von Nistmaterial im Nestinneren zur Erhöhung der Ränder, bzw. ringförmiger “Vorschub” zum Schließen der runden Öffnungen, bzw. zur Verlängerung der Röhre. Arbeiten an der Auspolsterung erkennt man nur am “Zittern” des Nestes.
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Nestbautätigkeiten (Fotos unten): Wickeln (Bastfaserbündel wird befestigt, mit dem Schnabel gestrafft und unter Ausführung von mehreren “Riesenwellen” um den Zweig gewickelt. Dabei wird immer wieder nachgefasst und die Faserenden am Nest befestigt), Stopfen (Stochern), Zupfen (“über den Nestrand hinweg nach innen ziehen”), Röhrenbau (Vogel baut die Röhre “um sich herum”).
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”Tauglichkeitsprüfung ” einer Zweiggabel für den Nestbau: Ein Männchen hängt sich spreizbeinig zwischen die Zweige und vollführt gegebenenfalls einige Probewicklungen ohne Nistmaterial. (Damit ist noch nicht entschieden, ob hier auch das Nest gebaut wird).
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Nestbauanteile der Partner: Wie bereits von mir publiziert (Beiträge zur Vogelkunde 29, S. 279-292), war es mir durch günstige Umstände möglich, bei einem Nest Ende April/ Anfang Mai 1967 an neun Tagen, die sich auf die gesamte 13-tägige Bauzeit verteilten, eine Beobachtungsserie mit mehrstündigen Ansitzen erfolgreich durchzuführen, wobei die einzelnen Bauaktivitäten der beiden Partner minutenweise notiert wurden. Diese Feldbeobachtungen auswertend, kam ich zu folgendem Ergebnis: Grundsätzlich sind beide Geschlechter in der Lage, alle möglichen Nestbauhandlungen auszuführen. Wie die Diagramme (s.u.) zeigen, entwickelte das Männchen allerdings eine größere Intensität beim Herbeischaffen von Niststoffen, als das Weibchen, während letzteres dazu tendiert, längere Zeit im Nest mit ausdauernden Nestbauarbeiten zuzubringen. Ein typisches Verhalten des Männchens besteht darin, das gesammelte Nistmaterial, ohne es zu verbauen, im Nest abzulegen oder es seinem im Nest befindlichen Weibchen zu übergeben. Interessant ist, dass die Bauintensität des Männchens zu Beginn des Nestbaus am größten ist und mit zunehmender Vervollständigung des Nestes absinkt, während die Verweildauer des Weibchens ihr Minimum in der Anfangsphase hat und dann deutlich ansteigt. Diese Feststellungen bestätigen die Angaben von FRANKE (1937).
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Legende: Die drei Säulendiagramme betreffen die Beobachtungsreihe an einem Nest 1967. Baufortschritte: 1. Bautag (29.4.) Wicklung, 2. Bautag (30.4.) Hängematte, 3. Bautag (1.5.) eigentl. Henkelkorb, 4. Bautag (2.5.) fortgeschr. Henkelkorb, 6. Bautag (4.5.) Röhrenansatz, ab 7. Bautag (5.5.) Röhrenbau und Innen- auskleidung, 11. Bautag (9.5.) Nest äußerlich fertig, bis 13. Bautag (11.5.) weitere vervollständ. Nestbautätigkeiten. Keine Observation am 8.,10 u. 12. Bautag.
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Legende zu “Relativdaten: Hier sind die an weiteren fünf Nestern gewonnenen Stichproben-Daten mit eingearbeitet worden, wobei der jeweilige Weibchenanteil gleich “1” gesetzt wurde. Als Vergleich dienten die einzelnen Nestbauphasen.
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Inzwischen habe ich an fünf weiteren Nestern aus verschiedenen Jahren die Nestbauaktivitäten stichprobenartig ermittelt, und bei einem Vergleich der damaligen Ergebnisse mit dem neueren Datenmaterials konnten erstere im wesentlichen bestätigt werden (s. Liniendiagramm “Relativdaten”). Unter Einbeziehung des erweiterten Datenmaterials, obgleich im speziellen Fall tageweise Abweichungen von der Regel auftraten, läßt sich anhand des errechneten Mittelwertes resümieren: 1. Die Nestbauintensität des Männchens ist zu Beginn der Nestgründung am höchsten und nimmt während des Henkelkorbstadiums stark ab, liegt jedoch auch im Endstadium über der des Weibchens. 2. Die Verweildauer des weiblichen Partners bei Tätigkeiten am Nest ist in so gut wie sämtlichen Bauphasen höher als die des Männchens und steigert sich noch gegen Ende des Nestbaus. 3. Eine gegensätzliche Entwicklung bei den Nestbauaktivitäten der beiden Partner zeigt sich besonders deutlich hinsichtlich der Länge der stündlichen Bauzeit: kontinuierliche Zunahme beim Weibchen, die zur „Überflügelung“ des Männchens zu Beginn des Röhrenbaus führt, während sich die Bauzeit des Männchens nur noch an den ersten Nestbautagen steigert, um dann abzunehmen.
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Der Bautrieb ist beim Beutelmeisenmännchen sehr stark ausgeprägt und permanent bis zum Ende der Brutsaison vorhanden. Wie bereits BURCKHARDT (1948) erkannte, ist dies mit eine wichtige Voraussetzung für Polygamie zur Steigerung der biologischen Reproduktion. Im Verlauf einer Brutsaison können manche Männchen (im Gebiet) bis zu 4 Nester bauen, von denen mindestens eines als Brutnest gemeinsam mit einem Weibchen vollendet wird und die Folgenester als “Reserve” für paarungswillige Weibchen, deren Erstbrut aus irgendeinem Grund gescheitert ist, zunächst unvollendet, zur Verfügung stehen. Gelegentlich werden manche “Männchennester”, als Zeichen überschüssigen Nestbautriebs, mehrere Wochen lang “in Raten” (mit Unterbrechungen) gebaut, wobei dann monströse Nestformen entstehen können (s. Tafel “Unvollendete Nester”, Nr. 12), oder das Nestinnere wird weit über das Normalmaß mit Polstermaterial gefüllt. Gegen Ende der Bausaison (Ende Juni und im Juli) manifestiert sich der Bautrieb oftmals in seiner destruktiven Form, indem kurioserweise leerstehende Nester teilweise abgebaut werden, obwohl zu dieser Zeit keine neuen Nester mehr entstehen. Die Männchen lassen dann das abgerissene Nistmaterial einfach irgendwo fallen. Nicht selten hat man allerdings auch mitten in der Brutsaison oder zu deren Beginn den Eindruck, dass einige Männchen nur diesen destruktiven Tätigkeiten nachgehen, da ihre Nester trotz Nachsuche nicht auffindbar sind (s.u., links). Doch auch manche Weibchen “stehlen” (unten rechts)
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