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Höhe und Alter der Nistbäume: Diese liegt im Gebiet zwischen 3 m (Ohrweide, Salix aurita) und 20 m (Schwarzpappel, Populus nigra); die durchschnittliche Höhe beträgt 10,7 m. Die meisten Nistbäume waren 7 bis 8 m hoch. Dies entspricht etwa der Größe von 14jährigen Silberweiden (Salix alba) und damit demjenigen Alter dieser Baumart, ab welchem sie für die Nestanlage wegen des dann genügend entwickelten Zweigwerks in Betracht kommt. Lorbeerweiden (Salix pentandra) werden bereits mit einer Höhe von 5 bis 6 m „angenommen“, also in einem jüngeren Lebensalter.
.Nesthöhe: Diese ist zwischen 0,9 m (Ohrweide, Salix aurita; über bleibendem Wasser) und 13 m (Silberweide, Salix alba) angesiedelt, durchschnittlich bei 4,4 m. Das Gros der Nester befand sich 4 bis 4,5 m über dem Boden. Abweichend von den Nestern in ihrer Gesamtheit fällt bei den „späten“, im Juni gebauten Nestern auf, dass relativ viele von ihnen sowohl in größeren Höhen, als auch in niedrigeren Bereichen gebaut werden. Die April- und Mainester sind meist nicht höher errichtet, als dies die obere Grenze des dichten Zweigwerks der umgebenden Strauchweiden hinsichtlich des vielfach noch bis Mitte Mai fehlenden Sichtschutzes durch die Belaubung zuläßt. Diese, bei späteren Nestbauten weitestgehend nicht mehr erforderliche „Höhenbegrenzung“ könnte der Grund sein für das Anbringen der Juninester in größeren Höhen. Vermutlich bedingt der zunehmende Sichtschutz durch die Laubentfaltung auch das Eingehen des Risikos, beim Nestbau auch die boden-, bzw. wassernahen Regionen mit einzubeziehen.

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Solange die Bäume nicht ausreichenden Sichtschutz durch ihre Belaubung gewähren, werden die frühen Nester meist nicht höher gebaut, als die umgebenden strauchförmigen Grau- und Ohrweiden.
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Sichtschutz durch Belaubung (Ungefährdaten): Traubenkirsche (Prunus padus) ab 20.4.; Birken (Betula spec.) Ende April; Weiden (Salix spec.), Erlen (Alnus spec.) und Flatterulme (Ulmus laevis) frühestens Anfang Mai; Schwarzpappel (Populus nigra) erst Mitte Mai.
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Position der Nester im Baum: Bei baumförmigen Nistgehölzen befinden sich die Niststätten vorwiegend im Gezweig der unteren Hälfte, einige auch höher. Nur wenige sind im Wipfelbereich und noch seltener dicht über dem Boden (bzw. Wasserspiegel) angebracht. Bei strauchförmig wachsenden Weiden findet man die Nester dagegen zu 80 % in ihrer oberen Hälfte. Zu fast 90 % werden die Nester in den äußeren Zweigen gebaut. Nur bei besonders hoch aufgehängten Nestern wird der innere Bereich bevorzugt, vermutlich aus Gründen des Sichtschutzes. Bezüglich der Positionierung der Nester im Gezweig des Baumes nach Himmelsrichtungen (vom Stamm aus gesehen) ist festzustellen, dass allgemein die östlichen Sektoren (insbesondere E und SE) bevorzugt werden, aber auch die schattige Nordseite. Die „Wetterseite“ (NW, W und SW) ist bei der Nistplatzwahl eindeutig weniger favorisiert.
Richtung der Einflugsröhre: Diese dürfte hauptsächlich von der bevorzugten Anflugrichtung beim Nestbau abhängen; denn es ist zu konstatieren, dass keine bestimmte Himmelsrichtung klar bevorzugt wird. Lediglich die Südrichtung scheint ein wenig beliebter zu sein, während bei der „Wetterseite“ (NW, W und SW) das Gegenteil der Fall ist. - Die meisten Nester sind mit ihrer Einflugsröhre dem Ufer des Brutgewässers zugewandt (45 %), allerdings zeigen sich auch viele Niststätten diesbezüglich indifferent (Röhre fast parallel zum Ufer). – Außerdem ist feststellbar, dass die Röhre, vom Stamm des Nistbaums aus gesehen, meist nach außen gerichtet ist. Am Malliner See, einem relativ schmalen, sich in Nord-Süd-Richtung erstreckenden Gewässer (mit mehr als 2 km langem West-, bzw. Ostufer), ist hinsichtlich der Abhängigkeit der Röhrenrichtung und der beim Nestbau bevorzugten Baumseite von der jeweiligen Uferseite (W, E) folgende Feststellung zu treffen: die Richtung zum Ufer hin wird allgemein deutlich bevorzugt, mit der Einschränkung, dass am Ostufer bezüglich der bevorzugten Baumseite (nicht der Röhrenrichtung!) der „Wetterseite“ weitgehend ausgewichen wird.
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Einfluss vorjähriger Nester: Im Frühjahr übt das Vorhandensein vorjähriger Nestreste, die gut sichtbar in den noch kahlen Bäumen hängen, oftmals eine unwiderstehliche Anziehungskraft auf die zurückkehrenden Beutelmeisen aus; denn im März/ April werden rund 42 % der Erstnester und die meisten (der dann noch wenig zahlreichen) Folgenester in der Nähe vorjähriger Nester gebaut. Im Mai sind es dagegen nur bis zu etwa einem Zehntel der Neugründungen, und im Juni geht ihre Zahl auf 0 zurück. Die neuen Nester werden zwecks bequemer Nutzung zur Gewinnung von Nistmaterial überwiegend in wenigen Metern Abstand von den vorjährigen Resten errichtet (66 % in bis zu 5 m Abstand; geringster Abstand: 0,5 m).
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Bevorzugung bestimmter Bäume: Vorausschickend sei bemerkt, dass man bei der Beutelmeise manchmal nur zeitweise, d.h. während des Nestbaus, von einem Nist- oder Brutrevier sprechen kann, welches von beiden Partnern verteidigt wird (Einzelheiten später). In der Regel werden die Brutreviere - mit etwas variablen Grenzen - jahrzehntelang bezogen, innerhalb derer für die Anbringung des Nestes meist ein Baum besonders bevorzugt wird und gegebenenfalls einige weitere dem Wechsel des Nistortes dienen. Während der 24 Jahre (1964 –68; 1982 – 2000), in welcher die Art im Gebiet siedelte, wurde in einem der Reviere maximal 15 mal eine bestimmte Silberweide (Salix alba) als Nistbaum erwählt. Auch in einigen anderen Bäumen nistete sie kontinuierlich 6 – 8 Jahre hintereinander, um manchmal nach einjähriger Unterbrechung die Reihe fortzusetzen. Doch wie das Diagramm ausweist, werden nur etwa 34% der Nistbäume mehr als zwei Jahre frequentiert; und nur wenige sind echte Favoriten. Da einige der favorisierten Bäume bereits in den 60er Jahren in Erscheinung traten, kann es sich in diesen Fällen nicht um Nistplatztreue handeln. Auch bei anderen Fällen langjähriger Benutzung ist Nistplatztreue schon wegen des begrenzten Lebensalters von Kleinvögeln auszuschließen. Außerdem kann das Ausbleiben von beringten (beringt zugeflogenen) Vögeln im Folgejahr als Gegenbeweis dienen. Dennoch bleibt die Frage, ob das wiederholt festgestellte Anbringen von Nestern sogar an fast derselben Stelle im Zweigwerk eines Baumes (s. u.; auch wenn vorjährige Nestreste fehlten) in einzelnen Fällen nicht doch dafür sprechen könnte. Was ist es also, dass die Vögel oft dazu veranlasst, jahrelang immer wieder dieselben Bäume für den Nestbau auszuwählen, auch wenn sich meist genau so gut “geeignete” in der Nähe befanden? Selbstverständlich spielt die Vegetationsstruktur um den Nistbaum herum eine wichtige Rolle, doch diese kann es nicht alleine sein. Vom menschlichen Standpunkt aus gesehen, könnte man folgende Beweggründe in Betracht ziehen (ob auch von Seiten des Vogels, muss unbekannt bleiben): Am Malliner See bildeten besonders zwei der langjährigen Nistbäume hohe markante Punkte im niedrigen Uferweidengebüsch (Traubenkirsche, Prunus padus) oder dem Schilfröhricht (einzelne große Silberweide auf kleiner Insel). Die Traubenkirsche bot außerdem durch ihre frühzeitige Belaubung und Blüte als erster Baum bereits Ende April hervorragenden Sichtschutz. Eine andere Silberweide, die länger als ein Jahrzehnt als Nistort fungierte, verlor im höheren Alter (mehr als 40jährig, s u.) ihre Favoritenrolle, als sich ihre Krone durch Windbruch zunehmend lichtete, zugunsten einer jungen Lorbeerweide in ihrer Nähe. Als von Bedeutung für die Wiederbenutzung eines Baumes im folgenden Frühjahr ist manchmal auch das Vorhandensein von alten Nestresten anzusehen, die als einladende Hinweiszeichen auf einen geeigneten Nistplatz (s. o.) und als bequeme Niststoffquellen dienen. An einer Traubenkirsche, die 10 Jahre lang als Nistplatz diente, befanden sich in 7 Jahren bis zu drei vorjährige Nestfragmente. Doch bei drei anderen, ebenfalls besonders langjährigen Nistreihen traf dies nur für ein, bzw. zwei Jahre zu.
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Diese 15 m hohe, mächtige Silberweide (Salix alba) mit umfangreicher Krone beherbergte in 11 Jahren insgesamt 14 Nester (incl. Folgenester) und zählt damit zu den am häufigsten frequentierten Bäumen am Malliner See. Das Schema (rechts) lässt erkennen, dass sich die meisten Nester im unteren Kronenbereich befanden, und zwar gehäuft an der Ost- und Südostseite und nur zwei im oberen Bereich in der Kronenmitte.
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